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28.04.2017

Gewinner „Freiwillige in Parks“ aus dem Kellerwald und ein neues Zuhause für Imme & Co

Bad Wildungen/Frankenberg. Am Dienstag, den 25. April, standen die freiwilligen Helfer im Mittelpunkt, die sich tatkräftig im und für den Nationalpark Kellerwald-Edersee engagieren. Zum einen wurden im Rahmen des bundesweiten Projekts „Ehrensache Natur - Freiwillige in Parks“ den hiesigen Gewinnern ihre Preise überreicht. Zum anderen wurde dem Lebenshilfe-Werk Kreis Waldeck-Frankenberg e.V. ein Insektenhotel übergeben, das während eines Workshops am 6. Hessischen Tag der Menschen mit Behinderung unter Anleitung von Rangern und den Helfern der Lebenshilfe gemeinsam mit den BesucherInnen im Hessischen Landtag gefertigt wurde.

EUROPARC Deutschland e.V. vereint die deutschen Nationalparks, Naturparks und Biosphärenreservate als Nationale Naturlandschaften unter einem Dach. Auch der Nationalpark Kellerwald-Edersee gehört zu dieser bundesweiten Familie. Als Dankeschön für ihr ehrenamtliches Engagement im vergangenen Jahr verloste EUROPARC Deutschland e.V. erneut attraktive Preise an die Beteiligten des Programms „Ehrensache Natur – Freiwillige in Parks“. Von den insgesamt 58 Gewinnern engagier(t)en sich dreizehn im hiesigen Buchennationalpark. Die Gewinner heißen: Maurice Weinert, Wolf-Michael Hack, Ursula Schlaudraff, Friedhelm Huft, Boris Tomskin, Lara-Milena Braun, Peer Seliger, Martha Neumann, Mario Müller, Iris Dorn-Fehr, Caroline Rabe, Christoph Ochse und Michael Nagel.
Sie alle helfen den hauptamtlichen Mitarbeitern der Nationalparkverwaltung bei ihren zahlreichen Aufgaben - sei es in tatkräftigen Arbeitseinsätzen oder bei Führungen von Einheimischen und Gästen durch das Schutzgebiet.

Horst Knublauch, Betreuer der ehrenamtlichen Nationalpark-FührerInnen, ist stolz auf die Freiwilligen: „Die einheimischen NationalparkführerInnnen vermitteln seit Jahren den Gästen sehr engagiert und authentisch Informationen zur  Schutzgebietsentwicklung und unterstützen effektiv unsere Informations- und Bildungsarbeit. Umso mehr freut es mich, dass Gewinner aus den Reihen der Freiwilligen dabei sind.“

„Mir liegt die Fortführung der Kooperation mit den Freiwilligen der Kegelbergschule sowie der Lebenshilfe sehr am Herzen, weil alle Beteiligten davon profitieren: wir bekommen Unterstützung bei unseren Pflegearbeiten, haben gemeinsam Spaß und Freude an der Arbeit in der Natur und die Freiwilligen können ihre individuellen Fähigkeiten und Möglichkeiten kontinuierlich verbessern“, führte Mareike Schulze, Koordinatorin der freiwilligen Arbeitseinsätze im Nationalpark, aus.

Maik Möller, Lehrer an der Kegelbergschule, erklärte: „Die Kegelbergschule möchte an dieser Stelle ihre Dankbarkeit bekunden, dass uns der Nationalpark vor unserer „Haustüre“ und die Menschen, die ihn betreiben, eine Möglichkeit zur Selbsterfahrung in der Natur und der Arbeitserfahrung in natürlicher Umgebung gibt. Seit über 14 Jahren haben fast alle unserer Schülerinnen und Schüler an dem Mittwochsprojekt „Kellerwald“ teilgenommen. Da sind wir hessenweit die einzige Schule! Das Arbeiten mit dem Ranger ist immer eine große Freude und wir haben viel Spaß dabei.“

Martina Fackiner, Freiwilligenkoordinatorin des Lebenshilfe-Werkes Kreis Waldeck-Frankenberg e.V. berichtete: „ Es macht mich froh und glücklich zu sehen, wie sich alle auf die gemeinsamen Einsätze in der werdenden Wildnis freuen. Es gibt immer nur strahlende Gesichter, alle sind hoch motiviert und voller Arbeitseifer. Bedeutet es doch wirkliche Teilhabe am gesellschaftlichen Leben – die Möglichkeit dabei sein zu können und sich ehrenamtlich im Naturschutz zu engagieren.“


Im Nachgang zum Nationalparkbesuch der Beauftragten des Landes Hessen für Menschen mit Behinderung fragte das Hessische Sozialministerium an, ob sich der Nationalpark Kellerwald-Edersee am 6. Hessischen Tag der Menschen mit Behinderung am 2. September 2016 im Hessischen Landtag beteiligen und einen von vier inklusiven Workshops gestalten möchte. Das Thema des Tages war das im Artikel 8 der UN Behindertenrechtskonvention beschriebene Ziel Bewusstseinsbildung. Mit seinem Workshop stellte der Nationalpark gemeinsam mit den Freiwilligen der Lebenshilfe Waldeck-Frankenberg dar, in welcher Art und Weise Teilhabe an den Naturerlebnisangeboten und die Mitarbeit im Nationalpark möglich sind.

Als Highlight wurde während des Workshops unter Anleitung von Rangern und den Helfern der Lebenshilfe hoch über den Dächern Wiesbadens gemeinsam mit den BesucherInnen ein Insektenhotel gebaut. Dieses Insektenhotel wurde nun von Rangern beim Wohnheim des Lebenshilfe-Werk Kreis Waldeck-Frankenberg e.V. im Hohler Weg 3 in Frankenberg aufgebaut und am 25. April  offiziell übergeben


Liste Gewinner der Verlosung
Ehrensache Natur - Freiwillige in Parks

Die Ehrenamt-Initiative von EUROPARC Deutschland startete zunächst unter dem Namen „Freiwillige in Parks“ und wird seit 2010 unter dem neuen Namen „Ehrensache Natur“ fortgesetzt und ausgebaut. Vorbild für die Initiative ist das Programm „Volunteers in Parks“, das seit 1970 die Freiwilligenarbeit in US-amerikanischen Nationalparks organisiert. Träger und Koordinator ist EUROPARC Deutschland.
Die Freiwilligen helfen den hauptamtlichen Mitarbeitern der Schutzgebiete bei ihren zahlreichen Aufgaben. Gemeinsames Ziel ist, wertvolle Ökosysteme, Pflanzen und Tiere zu erhalten und über die Besonderheiten der jeweiligen Schutzgebiete zu informieren. „Ehrensache Natur“ richtet sich an Einzelpersonen oder Gruppen aus allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens.  Jährlich sind mehr als 3.000 ehrenamtlich Engagierte in Naturschutz- und Umweltbildungsprojekten der Nationalen Naturlandschaften im Einsatz. www.freiwillige-in-parks.de.

Nationalpark-FührerInnen

Die Nationalpark-FührerInnen sind zertifizierte Natur- und Landschaftsführer, die zusätzlich speziell zum Nationalpark geschult wurden. Bereits seit 2007 unterstützen sie die Nationalparkverwaltung in der Bildungsarbeit. Neben den hauptamtlichen Rangern betreuen sie sowohl Führungen aus dem regulären Jahresprogramm als auch individuell buchbare Veranstaltungsangebote im Nationalpark und in seinen Bildungseinrichtungen (NationalparkZentrum Kellerwald und dem WildtierPark Edersee). Sie decken vor allem die fremdsprachigen Führungen in englischer, französischer und niederländischer Sprache ab.

Freiwillige Arbeitseinsätze im Nationalpark Kellerwald-Edersee

Seit 2004 besuchen Schülerinnen und Schüler der Kegelbergschule Frankenberg, eine Einrichtung für Menschen mit verschiedensten Behinderungen, regelmäßig den Nationalpark und beteiligen sich an von Rangern betreuten Projekten. Jeden Mittwoch arbeitet eine Werkstufengruppe im Reich der urigen Buchen. In rund 30 Einsätze pro Jahr engagieren sie sich im einzigen hessischen Nationalpark.
In den letzten drei Schuljahren werden die SchülerInnen jeweils für ein halbes Jahr in Stufen eingeteilt, die sich mit verschiedenen Bereichen wie „Freizeit“, „Wohnen“  oder „Arbeiten“ beschäftigen. So können sie erste Erfahrungen in der Arbeitswelt sammeln, soziale Netze fördern und sich auf ein Leben nach der Schule vorbereiten.

Neben der Kegelbergschule Frankenberg kommen außerdem die Lebenshilfe Waldeck-Frankenberg und das Bergwaldprojekt regelmäßig in das Großschutzgebiet.

Seit 2009 engagieren sich auch Betreute des Lebenshilfe-Werks Waldeck-Frankenberg e.V. tatkräftig in vier bis fünf Einsätzen pro Jahr im Nationalpark Kellerwald-Edersee. Die ehrenamtlichen Einsätze von Menschen mit Behinderung und ihren freiwilligen Begleiterinnen und Begleitern finden immer samstags von 10:00 bis 14:00 Uhr statt. Insgesamt gibt es aktuell über 20 betreute Freiwillige und vier ehrenamtliche BetreuerInnen. Das Interesse bei den Menschen mit Behinderung ist ungebrochen groß, so dass zurzeit sogar Interessierte auf der Warteliste stehen.       
Initiiert wurde die erste Veranstaltung im Rahmen einer Kooperation von EUROPARC Deutschland e.V. und der Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V. Gemeinsam bieten sie interessierten Menschen mit geistiger Behinderung die Möglichkeit, die Arbeit in Nationalen Naturlandschaften ehrenamtlich zu unterstützen.

In den vergangenen Jahren engagierten sich die Kooperationspartner durchschnittlich mit insgesamt 4.000 Stunden pro Jahr im Nationalpark. 2010 entstand die Idee, sich untereinander zu vernetzen und zusätzlich einen großen gemeinsamen Arbeitseinsatz durchzuführen. Dieser wurde erstmalig 2011 realisiert. Alle Beteiligten waren auf die Ergebnisse, die gute Zusammenarbeit und vor allem auf das große Engagement sehr stolz, so dass die Integrative Waldwoche seitdem jährlich durchgeführt wird.



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