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15.02.2016

10 Jahre Quernst-Kapelle im Nationalpark Kellerwald-Edersee

Vorbereitungen zum Jubiläum gestartet

In diesem Jahr wird das zehnjährige Bestehen der Quernst-Kapelle im Nationalpark Kellerwald-Edersee gefeiert. Als Vorbereitung für das Jubiläum trafen sich am Samstag, den 6.Februar, neun Mitglieder des Vereins Freunde der Quernst zu einem freiwilligen Arbeitseinsatz, den sie gemeinsam mit Mitarbeitern der Nationalparkverwaltung durchführten.

Im Nationalpark Kellerwald-Edersee gilt bereits auf über 90 Prozent der Fläche der Prozessschutz und das Motto „Natur Natur sein lassen“. Die Nationalparkverwaltung greift nur auf den geringen verbleibenden Prozent ein, um der Natur als Initialzündung unterstützend unter die Arme zu greifen oder die wenigen Dauerpflegeflächen z.B. aus kulturhistorischen Gründen zu erhalten. Das Areal um die Kapelle wurde bei Nationalparkausweisung als solch eine Pflegezone ausgewiesen. In sanfter und minimierter Form dürfen hier somit menschliche Eingriffe dauerhaft vorgenommen werden.

Ein Wald aus Buchen und Fichten umschließt die Freifläche mit alter Kirchenruine und Quernst-Kapelle.  Würden die Bäume ungehindert wachsen, so wäre in naher Zukunft der herrliche Ausblick vom Hochplateau in das Wildunger Bergland sowie auf den Rothaargebirgskamm nicht mehr möglich. Um diesen beliebten und stark frequentierten Aussichtspunkt freizuhalten, insbesondere für das im Sommer anstehende Jubiläum der Quernst-Kapelle, hatten sich Vereinsmitglieder und Mitarbeiter des Nationalparks Kellerwald-Edersee zu einem gemeinsamen Arbeitseinsatz vor Ort verabredet. Die Fernsicht konnten die ortskundigen Helfer aus
Altenlotheim, Ellershausen, Frebershausen und Frankenau an diesem Tag nicht selbst genießen, denn dichter Nebel aus allen Himmelsrichtungen verbarg die schöne Aussicht, trübte jedoch nicht den Arbeitseifer, mit dem alle Beteiligten ans Werk gingen.
Zunächst wurde auf einem gemeinsamen Begang des Areals entschieden, welche Bäume entnommen werden sollten. Dabei wurden zwei Aspekte berücksichtigt: die Aussicht von der Kapelle in die weitere Umgebung sowie den Blick vom Hauptradwanderweg auf das Gebäude. Dank der tatkräftigen Unterstützung der beiden Nationalpark-Ranger Volker Nagel und Torsten Daume mit Motorsäge und Schlepper wurde die Entnahme der Bäume schnell und einfach umgesetzt.
„Durch den durchgeführten Pflegeeingriff haben die Besucher nun noch bessere Aus- und Fernblicke. Die Quernst-Kapelle kann aus allen Richtungen bewundert werden,  und herrliche Ausblicke in das Wildunger Bergland sowie auf den ganzen Gebirgskamm von der Sackpfeife bis zum Kahlen Asten sind wieder möglich“, erklärte Nationalpark-Försterin Mareike Schulze, die die freiwilligen Arbeitseinsätze im Schutzgebiet koordiniert.

Vereinsmitglieder und Nationalpark-Mitarbeiter haben die gemeinsame Vision, dass Besucher künftig im Spätsommer durch eine herrlich blühende Heidelandschaft zur Kapelle hinaufgehen werden. Die als Pflegezone ausgewiesene Fläche um die Kapelle wird bereits seit rund zehn Jahren schon regelmäßig mit Schafen beweidet. Die Beweidung bewirkt eine Aushagerung der Vegetation, so dass sich langfristig Borstgrasrasen und Heidekraut etablieren können.

Veranstaltungstipp:


Der Nationalpark Kellerwald Edersee, die Stadt Frankenau und der Verein Freunde der Quernst feiern am Sonntag, den 10. Juli, gemeinsam das Jubiläum der in 2006 neu erbauten Quernst-Kappelle und laden bereits jetzt herzlich zum Jubiläumsgottesdienst um 11:00 Uhr ein. Ein detailliertes Programm wird vor der Veranstaltung bekanntgegeben, u.a. auf www.nationalpark-kellerwald-edersee.de und www.frankenau.de .

Hintergrund:

Quernst-Kapelle, Begegnungsstätte zwischen Mensch und Natur


Die Quernst-Kapelle steht am Ort der ehemaligen Quernstkirche, deren ursprüngliches Fundament bis ins 8. Jahrhundert zurück reicht. Die Quernst-Kappelle ist die einzige Kapelle in einem der 16 deutschen Nationalparks. Sie ist Begegnungsstätte zwischen Mensch und Natur, ein Ort der Besinnung und inneren Einkehr. Die Botschaft lautet: „Wir kommen aus dem Alltag, halten inne und erahnen jenseits der Kapelle das für uns Ungewohnte – eine entstehende neue Wildnis. Zurückhaltung, Ehrfurcht und Respekt sollten uns ab hier weiterbegleiten. Sind wir dazu bereit?“

Der Architektur liegt die Silhouette eines beschützenden Hirten zugrunde. Grauwacke aus Dainrode, Sauerländer Schiefer, Fichten- und Lärchenholz aus dem Kellerwald sind, kombiniert mit blütenähnlichen Farbfenstern, zu einem Kunstwerk vereint.


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