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04.06.2013

9. Nationalparkfest am 9. Welterbetag

Abwechslung und jede Menge Spaß für die ganze Familie

Das Nationalparkfest wurde am vergangenen Sonntag am Fischhaus Banfe in Bringhausen und am Fahrentriesch in Altenlotheim gefeiert. Im Mittelpunkt der abwechslungsreichen Aktionen standen die Weltnaturerbeflächen des Nationalparks Kellerwald-Edersee, weil das Fest mit dem Welterbetag zusammenfiel, der jedes Jahr am 1. Sonntag im Juni begangen wird.

Die Besucher kamen auf eigene Faust mit der Fähre und wandernd oder auf dem Drahtesel, nutzten den Kutsch-Shuttleservice von Nationalpark-Partner Ralf Finke oder schlossen sich den geführten Fahrradtouren an, um die beiden Festorte im Großschutzgebiet aufzusuchen.

Staatssekretär Mark Weinmeister vom Hessischen Umweltministerium eröffnete das Fest am Fahrentriesch und beteiligte sich an verschiedenen Mitmachaktionen des vielfältigen Programms. Er löste das Weltnaturerbe-Quiz und übernahm eine Patenschaft für ein Heidschnuckenlamm. „Bei einem solchen Fest stehen Begegnung, Austausch und Kommunikation im Vordergrund. Die Bürgerinnen und Bürger sollen „ihre“ Welterbestätte und damit die Ideale der UNESCO und der Welterbe-Idee besser kennen lernen“, so Weinmeister.

An beiden Festorten wurden Führungen zu den nächstgelegenen UNESCO-Weltnaturerbeflächen und ein spannendes Quiz angeboten. Wer die Fragen zum Weltnaturerbe vollständig richtig beantworten konnte, nimmt in der kommenden Woche an einer Verlosung teil. Die Nationalparkverwaltung wird die Gewinner zum einen auf der Homepage bekannt geben, zum anderen die Preise direkt zuschicken, beispielsweise eine Familienjahreskarte für den WildtierPark Edersee oder einen wunderschöne Bildband über das Weltnaturerbe Buchenwälder.

Kinder konnten sich als kleine Forscher betätigen und versuchten, dem Banfebach seine Schätze oder gar Geheimnisse zu entlocken. Bei einer Schnitzeljagd galt es verschiedene Aufgaben zu lösen. Als Erinnerung an das Nationalparkfest konnten die kleinen Festbesucher Anstecker und Schlüsselanhänger mit Tiermotiven basteln. Ruth Heinemann verwandelte mit allerlei Farben, viel Fantasie und sicherem Pinselstrich Kinder in Bewohner des Nationalparks – zu Boggel, Heidschnucken oder anderen Wesen.

Hintergrund:

Der 9. UNESCO-Welterbetag in Deutschland stand unter dem Motto „UNESCO-Welterbe erhalten und gestalten“.  Dieses Fest wird auf Initiative der Deutschen UNESCO-Kommission und des UNESCO-Welterbestätten Deutschlands e. V. seit 2005 jährlich am ersten Sonntag im Juni an allen deutschen Welterbestätten gefeiert. Im Zentrum der Veranstaltung stehen Begegnung, Austausch und Kommunikation.  BürgerInnen sollen „ihre“ Welterbestätten und damit die Ideale der UNESCO und der Welterbe-Idee besser kennen lernen.

In Deutschland gibt es derzeit 14 Nationalparks. Als einer der jüngsten wurde der Nationalpark Kellerwald-Edersee am 1.1.2004 ausgewiesen. Der einzige Nationalpark Hessens schützt auf einer Gesamtfläche von 5.738 ha einen der größten zusammenhängenden Buchenwälder Mitteleuropas. Natur darf Natur sein. Die ausgedehnten alten Laubwälder werden nicht mehr genutzt. Hier entsteht „Wildnis von morgen“. Seit 2011 ist der Nationalpark Kellerwald-Edersee ein Teilgebiet des transnationalen UNESCO-Weltnaturerbes „Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands“.

 

Fahrentriesch

Der Fahrentriesch entstand im 12. Jahrhundert, als zunächst die ansässigen Waldbauern die Nutzung der Rodungsinsel „Eschebruch“ aufgaben und die Altenlotheimer diese „Lücke“ im dichten Kellerwald nutzen, um dort ihre Schaf- und Rinderherden weiden zu lassen. Heute ziehen wieder Schafe über den Triesch, um seltene Lebensräume und ihre spezifischen und teilweise stark gefährdeten Arten zu erhalten. Eine Besonderheit sind die sog. niedrigen Borstgrasrasen mit Borstgras, Arnika und Katzenpfötchen.

 

Beweidung des Fahrentrieschs:

Bereits auf über 90 Prozent der Nationalparkfläche gilt das Motto „Natur Natur sein lassen“. Managementmaßnahmen beschränken sich lediglich auf die geringen verbleibenden Prozente. Triescher z. B. sind Weideflächen, die als Dauerpflegeflächen behandelt werden. Mit dem Diplombiologen und Heidschnuckenhalter Georg Schutte, der 2002 das „Schnuckenprojekt am Edersee“ gründete, hat der Nationalpark einen kompetenten Partner gefunden. Die Triescher im Nationalpark werden als besondere Kulturlandschaft erhalten und bleiben somit für Besucher erlebbar.

 

Banfe

Das Fischhaus Banfe ist ein ehemaliger Fischzuchtbetrieb, der später zum Forsthaus umgebaut wurde.

Schätzungsweise mehr als 800 Quellen entspringen im Nationalpark. An der Schnittstelle von Grund- und Oberflächenwasser kommen außergewöhnliche Kleinstlebewesen zusammen: Grundwasserflohkrebs, Alpenstrudelwurm und Dunkers Quellschnecke (bei den beiden letztgenannten handelt es sich um Eiszeitrelikte).

Die Pfingstnelke ist eine nacheiszeitliche Reliktart, deren Alter bisher auf max. 10.000 Jahre vermutet wurde. Neuste Studien gehen jedoch davon aus, dass sie wahrscheinlich wesentlich älter ist. Deutschland trägt eine internationale Verantwortung für die Erhaltung der Art, da 75 % des Weltvorkommens in Deutschland wachsen. Das Bundesamt für Naturschutz bewertete die Pfingstnelke 2002 für „weltweit stark gefährdet“. Die größte hessische Gebietspopulation liegt im Nationalpark Kellerwald-Edersee. Zahlreiche überregional seltene und gefährdete Begleitarten sind die Astlose Graslilie, der Nordischer Streifenfarn oder seltene wärmeliebende Tierarten wie der Steppengrashüpfer.


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