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28.03.2013

Drei neue Bewohner im WildtierPark Edersee

Handaufgezogene Rehe

Drei junge Rehe haben ein neues Zuhause im WildtierPark Edersee gefunden. Besucher können sie aus nächster Nähe im begehbaren Damwildgehege beobachten.

Im Oktober letzten Jahres nahm die Nationalparkeinrichtung drei Rehe auf, die sich seitdem im begehbaren Damwildgehege gut eingelebt haben. Das Besondere an diesen Tieren ist, dass sie von Hand aufgezogen wurden und Menschen nicht so scheuen wie ihre Artgenossen. Besucher können die Rehe daher aus nächster Nähe beobachten und den direkten Vergleich zum Damwild ziehen.
WildtierPark-Leiter Albert Hernold freut sich sehr: “ Vielen Besuchern sind die Unterschiede zwischen Dam- und Rehwild nicht bekannt. Jetzt können wir unseren Besuchern diese zwei Tierarten auf einer Fläche präsentieren und ihnen ganz leicht zeigen, woran sie die jeweilige Art erkennen können.“
Die Rehe wurden von zwei Tierarztehepaaren aufgezogen, die sie im Herbst des vergangenen Jahres in den WildtierPark Edersee brachten. Die Tiere werden im Mai ein Jahr alt. Das Trio besteht aus zwei männlichen Rehen, auch Rehböcke genannt, und einem weiblichen Tier, der sog. Ricke. Ihr Futter besteht aus Brombeerblättern, Rüben, Heu, Silage und Kraftfutter.



Hintergrundinformation:

Rehwild (Capreolus capreolus):

  • Schulterhöhe: 55 bis 85 cm
  • Gewicht: 10 bis 35 kg
  • Fellfärbung der erwachsenen Tiere im Sommer rotbraun, im Winter hell bis dunkelgrau; Fellfärbung der Jungtiere (Kitze) rotbraun mit weißen Punkten
  • Lebensraum: Waldgebiete von der Ebene bis an die Waldgrenze
  • Nahrung: Vorliebe für leichtverdauliche pflanzliche Nahrung; Gräser, Knospen, Kräuter, junge Triebe; Wiederkäuer
  • Fortpflanzung: Brunftzeit Anfang Juli bis Ende August; Geburt der Kitze im Mai oder Juni des nächsten Jahres; 1 bis 3 Kitze; Kitze mit Totstellreflex in den ersten zwei Lebensmonaten
  • Verbreitung: gemäßigtes Europa, Teile Kleinasiens
  • Gefährdung: keine

Damwild(Dama dama):

  • Schulterhöhe: 80 bis 100 cm
  • Gewicht: 30 bis 100 kg
  • Fellfarbe meist hellbraun mit weißen Flecken (adulte Tiere + Jungtiere = Kälber), es gibt jedoch auch Tiere mit schwarzem oder weißem Fell
  • Lebensdauer: bis 20 Jahre
  • Lebensraum: Landschaften mit lichten Wäldern und landwirtschaftlichen Flächen; sehr anpassungsfähig
  • Nahrung: Wiederkäuer; Gräser, Kräuter, Triebe, Früchte, Pilze, Rinde von Bäumen und Sträuchern; auch Getreide, junge Maiskolben, Raps, Sonnenblumen, Kartoffeln und Rüben
  • Fortpflanzung: Paarungszeit Anfang Oktober bis Anfang November; 1 bis 2 Kälber nach etwa 33 Wochen
  • Verbreitung: Ursprünglich Klein- und Vorderasien; in den 1930er Jahren im Kellerwald ausgesetzt; heute weltweit verbreitet
  • Gefährdung: keine

WildtierPark Edersee und BuchenHaus
Am Bericher Holz 1 in 34549 Edertal-Hemfurth
Telefon: 05623 973030
www.wildtierpark-edersee.eu

Öffnungszeiten
01.03. - 30.04. 10.00 - 18.00 Uhr
01.05. - 31.10. 09.00 - 18.00 Uhr
01.11. - 28.02. 11.00 - 16.00 Uhr
Flugvorführungen der Greifenwarte vom 01.03. - 15.11. täglich außer montags um 11.00 Uhr und 15.00 Uhr



Masterplan:


Der WildtierPark befindet sich in einer Phase der konzeptionellen Neuausrichtung. Diese ist erforderlich, um den über 40 Jahre alten Park zu modernisieren und die Kernthemen des Nationalparks (Wildnis, Dynamik und Prozessschutz sowie das Motto „Natur Natur sein lassen“) adäquat zu transportieren.
Der Tierpark hat gute Voraussetzungen und Alleinstellungsmerkmale (Greifvogel-flugschau vor der Kulisse von Edersee und Schloss Waldeck, erweiterte Möglichkeiten durch die Angebote der WildnisSchule.)

Schwerpunkte des Masterplans sind die Umgestaltung der Gehege (Aspekte: Tierhaltung, Schauwert für Besucher) und die Optimierung der Besucherlenkung (barrierefreie Wegeführung im Eingangsbereich sowie barrierefreie Bushaltestelle und Parkplatzbefestigung zur barrierefreien Erreichbarkeit des WildtierParks).

Der Tierpark soll langfristig ausschließlich heimische oder ehemals heimische Wildtiere präsentieren (Entfernen von Przewalski, Timberwolf, Steinwild aus dem Tierartenbestand).

Ein Bären- und Wolfsgehege wird diskutiert. Eine gastronomische Einrichtung im Park könnte dazu beitragen, die Verweildauer der Besucher zu erhöhen.

Beispiele für bereits umgesetzte Maßnahmen:

  • Das freilaufende Damwild ist bei den Besuchern beliebt, verhindert jedoch das Aufkommen der Naturverjüngung im Park. Um die Naturverjüngung zu fördern und die Entwicklung von Nationalpark typischen Vegetationszonen und gleichzeitig den Besuchern den Tierkontakt zu ermöglichen, entstand 2012 bereits ein begehbares Damwildgehege
  • Die Wildkatze als eine der Leitarten in Buchenwaldökosystemen wird derzeit in der ehemaligen Auer- und Birkwildvolière präsentiert. Das Gehege wurde mit Hilfe der Schweizer Wildkatzenexpertin Marianne Hartmann umgestaltet.

In Kürze fertig gestellte Maßnahme:

  • Barrierefreier Rundweg durch das Schwarzwildgehege. Durch das sechs Hektar große Schwarzwildgehege führt ab Anfang Mai ein 350 Meter langer Weg, auf dem Besucher den 25 Wildschweinen näher begegnen können. Die neue Wegeführung ermöglicht die Barrierefreiheit des gesamten Rundwegs durch den WildtierPark, da mit ihr die bisherige Steigung entlang des Schwarzwildgeheges künftig umgangen wird. Familien mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrern wird somit der Zugang zu den anderen Tierarten und zur Greifvogelflugschau erleichtert.


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