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15.12.2012

Nationalpark schützt Kobolde der Nacht

Nationalparkamt ist ein „Fledermausfreundliches Haus“

Das Nationalparkamt ist jetzt offiziell ein "Fledermausfreundliches Haus". Carsten Wilke, Abteilungsleiter für Naturschutz im Hessischen Umweltministerium, und NABU-Landesgeschäftsführer Hartmut Mai übergaben heute Urkunde und Plakette an den Nationalparkleiter Manfred Bauer.

"Mehr als die Hälfte der hessischen Fledermausarten ist auf überlebenswichtigen Unterschlupf an Gebäuden angewiesen. Sie besiedeln unterschiedliche Hohlräume und Spalten an Gebäuden und Dachböden", so Wilke. "Es freut uns, dass das Nationalparkamt im Fledermausschutz aktiv ist und den ,Kobolden der Nacht´unter die Arme greift", lobte NABU-Landesgeschäftsführer Hartmut Mai das Engagement von Manfred Bauer und seinen Mitarbeitern.
Bauer erläuterte, dass bei der Renovierung des Nationalparkamtes ein neues Spaltenquartier für Fledermäuse am Dachrand des Gebäudes eingerichtet worden sei. Die neuen Sommerschlafplätze für Arten wie Zwerg- und Breitflügel-Fledermaus ersetzen vorherige Unterkünfte unter dem Flachdach des Hauses, die im Zuge von Umbauarbeiten und Maßnahmen zur Wärmedämmung geschlossen werden mussten. Die Bauarbeiten wurden vom Landesbetrieb Hessen-Forst, dem Eigentümer des Gebäudes, finanziert. Der Fledermausschutz spielt im Nationalparkamt eine große Rolle. "Wir haben Fledermäuse nicht nur hier am Gebäude, sondern auch im Nationalpark selber. In Deutschland gibt es insgesamt 24 Fledermausarten, 23 davon kommen in Hessen vor. Bisher wurden bei uns im Schutzgebiet 17 Fledermausarten nachgewiesen, beispielsweise das Braune Langohr oder Große Mausohr, die beide in Spalten und Höhlen alter Bäume wohnen und nachts im Wald auf Insektenfang gehen", so Bauer. Bei Ranger-Wanderungen könne man die faszinierende Welt der Fledermäuse live erleben.

"Mit der Aktion "Fledermausfreundliches Haus" wollen wir Hauseigentümer motivieren, zum Schutz der heimischen Fledermausbestände beizutragen. Die Eigentümer gewährleisten, dass sie bei allen erforderlichen Erhaltungs- und Ausbau-Maßnahmen am Gebäude soweit wie möglich auf die Tiere bzw. ihre Populationen Rücksicht nehmen", erläuterte Wilke. "Da sich die natürlichen Lebensbedingungen in den letzten Jahrzehnten drastisch verschlechtert haben, sind Fledermäuse auf Quartiere im menschlichen Umfeld angewiesen", erklärte Mai. In den letzten vier Jahren wurden in Hessen schon über 650 fledermausfreundliche Häuser, Kirchen, Burgen und öffentliche Gebäude ausgezeichnet. Die Aktion wird vom NABU, dem Land Hessen und der Stiftung Hessischer Naturschutz getragen.

Fledermäuse sind sehr angenehme Untermieter, machen keinen Lärm und richten keine Schäden an der Bausubstanz an. Lediglich kleine Hinterlassenschaften verraten ihre Anwesenheit am Haus. Diese gelten jedoch als hervorragender Pflanzendünger. Fledermäuse bringen Hausbesitzern einige Vorteile. Sie vertilgen z.B. bis zu 4000 Insekten pro Nacht.

Der NABU ruft alle Fledermausfreunde und solche die es werden wollen, dazu auf, sich an der Aktion "Fledermausfreundliches Haus" zu beteiligen und um die Auszeichnung zu bewerben. Neben der Plakette erhalten Hausbesitzer eine Urkunde und ein Fledermausfachbuch. Wer bereits Fledermäuse am Haus beherbergt, Fledermausquartiere kennt oder Rat zum Umgang mit ihnen sucht, kann sich unter der Telefon-Nummer 06441-67904-25 an das "Fledermaus-Telefon" beim NABU Hessen wenden.

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