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Erfahrungsbericht

Karina Fennel und Sara Schuldt (01.05. - 30.09.2010)

Hallo,

wir sind Karina und Sara! Seit Mai 2010 sind wir als Praktikantinnen für die Umwelt (PfdU) im Nationalpark Kellerwald-Edersee tätig. Gesponsert von der Commerzbank absolvieren jährlich 50 Studenten das PfdU in deutschlandweit 27 Einsatzorten in Nationalparken, Naturparken und Biosphärenreservaten. Hierbei bietet das Praktikum Studierenden die einmalige Chance, Erfahrungen im Bereich Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit zu sammeln sowie dem „Uni-Trott“ für ein Praxissemester „Open-Air“ zu entfliehen.


Der Nationalpark Kellerwald-Edersee ist insoweit etwas einzigartiges, da besonders wertvolle Teilflächen als UNESCO-Weltnaturerbe nominiert wurden. Die hoffentlich positive Entscheidung zur Anerkennung als naturnaher Buchenurwald fällt im Jahr 2011. Und nicht jeder kann von sich behaupten, in einem einzigartigen Lebensraum mitgearbeitet zu haben.


Zu unseren Hauptaufgaben während des Praktikums gehören die Ausarbeitung von Themenführungen mit dem Bildungshintergrund der „werdende Wildnis“ selbstständig und in Zusammenarbeit mit Rangern, der Einsatz in den Nationalparkeinrichtungen Wildpark und KellerwaldUhr, die Bearbeitung von eigenständigen Projekten sowie die Teilnahme an aktuellen Veranstaltungen wie Nationalparkfest, Hessentag oder Wildparkfest. In den ersten vier Wochen konnten wir bereits viele umfangreiche Eindrücke in den verschiedenen Aufgabenbereichen sammeln. Die Erarbeitung einer Geocaching-Tour für Familien ist dabei unser erstes „Highlight“.


Dies ist zunächst nur ein kurzer Überblick. Um euch umfangreichere Eindrücke in die Arbeit als PfdU zu ermöglichen, werden wir regelmäßig unseren Erfahrungsbericht erweitern. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen!


Jetzt folgt eine kurze Vorstellung unserer Personen, damit ihr sehen könnt, dass Studenten jeder Studienrichtung die Gelegenheit ergreifen können, sich für dieses Praktikum zu bewerben.


  1. Entdeckungen des Monats Juni 2010
  2. Entdeckungen des Monats Juli/August 2010
  3. Entdeckungen des Monats September 2010

Mein Name ist Karina Fennel. Ich bin 28 Jahre alt und meine Heimat ist das Waldecker Land. Gebürtig stamme ich sogar aus einem der „Walddörfer“, die am Rande des Nationalparks Kellerwald-Edersee liegen. Nach der Ausbildung zur Kauffrau in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft entschied ich mich, doch noch einmal zu studieren. Meine Wahl fiel auf den Studiengang Landschaftsplanung an der Uni Kassel. Ich studiere nun Landschaftsplanung im Masterstudiengang und kann mich tatsächlich bereits mit einem Diplom I schmücken. Ihr seht, auch mit einem Abschluss ist das PfdU kein aussichtsloses Unterfangen. Viele von euch denken bestimmt, dass das Studium der Landschaftsplanung einen Gegensatz zu dem Leitgedanken „Natur Natur sein lassen“ des Nationalparks bildet. Meiner Meinung nach ist dies nicht der Fall. In diesem Studiengang wird die Natur nicht nur „designt“ oder mit ihren Elementen, wie beispielsweise im Englischen Landschaftsgarten, „gespielt“, es findet auch eine bewusste Auseinandersetzung mit der Natur als besonders schützenswertes Gut statt.


Dies war ein Grund, mich für das PfdU zu bewerben. Der andere Grund, warum ich mich für den Nationalpark Kellerwald-Edersee entschieden habe, war der, dass ich meine Heimat besser kennenlernen, sprich die Besonderheiten dieser einzigartigen Region mit ihren Naturräumen ergründen, neu schätzen lernen und vor allem mich für meine Heimat einbringen wollte. Des Weiteren bietet das Praktikum die Möglichkeit, in neue Gebiete, für mich alles rund um das Thema Öffentlichkeitsarbeit, reinzuschnuppern und Erfahrungen zu sammeln, die für den Entschluss des späteren Berufsweges ausschlaggebend sein können.

Ich heiße Sara Schuldt und bin 24 Jahre alt. Ich komme zwar nicht direkt aus der Nationalparkregion, bin aber auch eine Hessin. Meine Heimat ist das „Hinterland“ im Landkreis Marburg-Biedenkopf und ich kenne das Gebiet schon von einigen Tagesausflügen in meiner Kindheit.


Nach meinem Abitur 2005 habe ich mein Bachelor- und Master-Studium im Bereich Sport, Gesundheitsförderung und Tourismus absolviert. Mir fehlt nur noch die Masterarbeit, dann steht dem Start ins Berufsleben nichts mehr im Weg. Bevor ich diesen letzten Schritt in Angriff nehme, sehnte ich mich nach ein wenig Abwechslung und einem Kontrast zur Großstadt Köln. Gerade in meinem Masterstudiengang (Sporttourismus und Erholungsmanagement an der Deutschen Sporthochschule Köln) haben wir uns ausgiebig mit dem Thema Sport in Natur und Landschaft sowie Sport in Großschutzgebieten (also Nationalparke, Naturparke und Biosphärenreservate) auseinander gesetzt. Da sich meine sportlichen Aktivitäten zum Großteil ebenfalls in der freien Natur abspielen, hat mich dieser Bereich sehr interessiert. Ich stelle mir vor, in meinem späteren Berufsleben den Menschen sportliche Bewegung im Freien, unter Berücksichtigung der Ansprüche von Natur und Naturschutz, im Urlaub und in der Freizeit näher zu bringen. Das Angebot des Praktikums für die Umwelt kam also wie gerufen, und die Wahl fiel dann auch sehr schnell auf den Kellerwald, da mich das „Buchenmeer“ neugierig gemacht hat.

Das Praktikum möchte ich auch dazu nutzen, Erfahrungen über Abläufe und Strukturen in Großschutzgebieten zu sammeln und Kontakte zu knüpfen. Ich freue mich auf spannende Führungen und nette Teilnehmer, mit denen ich die einzigartigen Flecken dieses Nationalparks entdecken möchte.



Juni 2010

Es gibt wieder Neuigkeiten…

Im Juni konnten wir erneut reichliche Erfahrungen und Eindrücke sammeln. Eigene Führungen gestalten, an Grundschulprojekten aktiv teilnehmen, dem Hessentag einen Besuch abstatten und den Gästen den Nationalpark schmackhaft machen. Die unzähligen Besonderheiten des Nationalparks wie die Pfingstnelke, die Vierblättrige Einbeere, die Fledermäuse oder den Schwarzspecht haben wir beispielsweise des Öfteren gesehen.


Besonders die Führungen machen uns großen Spaß. Wir lernen viele neue Leute, ob groß oder klein, kennen, die motiviert mit uns durch den Wald oder den dem Nationalpark angegliederten Wildtierpark laufen. Sie erfahren dort von uns allerhand Wissenswertes über den Nationalpark und seine Tier- und Pflanzenwelt, was wir mit thematisch aufbauenden Spielen untermalen.


Mittlerweile haben wir auch Dienste in den Nationalparkeinrichten Fagutop und KellerwaldUhr verrichtet. Auch hier war es schön, mit Besuchern ins Gespräch zu kommen und die Begeisterung für die Region weiterzugeben.


Die von uns geplante Geocaching-Tour war ein voller Erfolg. Die teilnehmenden Familien, die alle das erste Mal Geocaching ausprobiert haben, waren allesamt begeistert und freuen sich auf weitere spannende Forschungsreisen. „Eine ganz neue, tolle Erfahrung“ und „ein Riesenspaß“ waren die ersten Reaktionen. Wir hoffen, dass wir eine weitere Tour planen können.


Im Juli sind wir vermehrt im Wald anzutreffen und arbeiten an unserem Forschungsprojekt. Vielleicht treffen wir euch ja und beziehen euch in unser Projekt mit ein. Nähere Informationen hierzu gibt es im Juli. Zuviel wollen wir noch nicht verraten…


Juli und August 2010

Die Ereignisse gehen weiter…

Wie im Junibericht angedeutet, haben wir im Juli und August fleißig BesucherInnen im Nationalpark befragt. Ziel dieser Befragung war herauszufinden, wie zufrieden unsere BesucherInnen sind, welche Erwartungen sie haben und welche Aktivitäten sie ausführen. Wir hatten viele nette Gespräche und werden die eine oder andere Anregung an die Nationalparkverwaltung in Form einer umfassenden Auswertung weiter geben.


Neben Führungen haben wir auch an ein paar besonderen Aktionen aus dem Veranstaltungskalender mitgewirkt. Zum einen war dies eine Märchennacht im WildtierPark („Mythen und Märchen“), zum anderen der „Tag mit dem Tierpfleger“, der ebenfalls im WildtierPark stattfand. Bei der Mythen und Märchennacht konnten sich die Kinder von uns spannende Geschichten anhören, am Feuer essen, einen Rundgang durch den Wildpark bei Nacht machen und im Zelt übernachten. Dies war aber nur etwas für ganz Mutige! Wir konnten dabei zum Teil sogar ein paar Stunden schlafen...


Den Tierpfleger haben wir auf seinem Rundgang zusammen mit den Kindern begleitet und das Füttern und Saubermachen der Tiere und Ställe übernommen. Nur die Wölfe und Luchse wurden dem Profi überlassen. Zwischendurch lockerten wir den Rundgang durch ein paar Spiele auf. Zum Schluss waren alle Kinder glücklich und alle Tiere satt und zufrieden.


Auf unseren Streifzügen durch den Wald (natürlich immer auf den Wegen!) haben wir im Juli viele Tiere gesehen. Leider sind sie, bis auf die Schmetterlinge, alle ein bisschen kamerascheu, sodass wir kein Beweisfoto liefern können. Als Ersatz dienen die Tiere aus dem WildtierPark. Rothirsch, Damwild, Rehwild, Muffelwild, Wildschweine, Füchse, Hasen und Waschbären konnten wir auch bei der Scheinwerferzählung sichten. Hierbei sind wir nachts mit Nationalparkfahrzeugen langsam durch den Wald getourt und haben Wiesen und Waldstücke durchleuchtet. Jedes Tier wurde ins Protokoll aufgenommen, um eine Bestandsaufnahme der Tiere im Gebiet zu erlangen.


Sara hat außerdem mit einer Fußballmannschaft aus der Region (13jährige) und einem Ranger Ende Juli eine zweitägige Mountainbiketour durch den Nationalpark gemacht. Sie haben in Schmittlotheim übernachtet und den gesamten Nationalpark durchquert. Dabei kam aber auch der Bildungsauftrag, in Form von kleinen Aufgaben und Diskussionsrunden, nicht zu kurz. Nach 65 km und vielen steilen Anstiegen waren alle froh und stolz wieder am Ausgangspunkt in Mehlen angekommen zu sein.


Karina war aktiv beim Heideblütenfest eingebunden. Dort wurden neben vielerlei anderen Attraktionen interessante Filme über deutsche Nationalparks vorgestellt. Diese waren gut besucht, sodass die Filme durchlaufend gezeigt werden konnten.


Das war nun unser vorletzter Bericht. Die Zeit bis hierhin ging rasend schnell vorbei. Im September folgt unser Abschlussbericht. Seid gespannt...


September 2010

Der letzte Akt…

Hallo ihr fleißigen Leser. Heute melden wir uns das letzte Mal als Praktikantinnen für die Umwelt im schönen Nationalpark Kellerwald-Edersee. Unser Praktikum endet am 30.09. und wir müssen uns dann wieder in den Uni-Alltag verabschieden.


In den Wochen seit dem letzten Bericht haben wir noch einige Führungen geleitet und Dienste in den Einrichtungen verrichtet. Zudem haben wir uns mit dem Thema Planwagenfahrten im Nationalpark auseinander gesetzt und in einer Arbeitsgruppe besprochen. Das letzte Projekt, das noch andauert, ist die Ausarbeitung einer neuen Geocaching-Tour. Diese ist besonders spannend und handelt von einem „kleinen Jäger“, der wieder in den Nationalpark zurückgekehrt ist. Wir werden alles daran setzen, dass die Tour noch dieses Jahr, auch ohne uns, stattfinden kann. Lasst euch überraschen!


Nun ist es an der Zeit, wir müssen uns langsam aber sicher von allen verabschieden. So machen wir jetzt zahlreiche Besuche in den Einrichtungen und bedanken uns bei den Mitarbeitern. Darüber hinaus nutzen wir noch einmal das sonnige Spätsommerwetter für die eine oder andere Exkursion in den Wald auf der Suche nach schönen herbstlichen Fotomotiven, wie etwa Pilze und Nebelschwaden.


Unseren Abschluss bildet das WildtierPark-Fest am 26.09.2010. Hier wird den Besuchern ein buntes Programm aus WildtierPark-Rallye, Berichte von Experten über Wolf, Luchs und Wisent, Fotowettbewerb, Erlebnisfalkerei, Kinderschminken und vieles mehr geboten. Darauf freuen wir uns schon.


Wir hatten eine ereignisreiche Zeit und haben viele spannende Erfahrungen gesammelt, an denen ihr ja hier teilhaben konntet. Wir gehen mit vielen positiven Eindrücken und Erlebnissen zurück und möchten die Zeit hier im Nationalpark nicht missen.


Danke und Tschüss sagen


Karina & Sara