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Erfahrungsbericht

Verena Schenk und Johanna Dicklberger (01.05. - 30.09.2009)

Hallo,


…wir sind Johanna und Verena und engagieren uns seit Mai 2009 als Praktikantinnen für die Umwelt im Nationalpark Kellerwald-Edersee - das Reich der urigen Buchen - wie das Schutzgebiet auch genannt wird.


Wie Ihr vielleicht wisst, ist das Praktikum für die Umwelt eine Initiative der Commerzbank und EUROPARC Deutschland und ermöglicht Studierenden, den Hörsaal bzw. den Uni-Alltag gegen ein Praxissemester in einem Nationalpark, in einem Biosphärenreservat oder einem Naturpark innerhalb Deutschlands zu tauschen. Arbeitsfelder ergeben sich dabei in der Bildung für nachhaltige Entwicklung, Besucherführung und –service sowie Öffentlichkeits- und Informationsarbeit. Wer mehr über Bewerbungsmodalitäten, Stellen etc. erfahren möchte, kann sich auf der Internetseite www.praktikum-fuer-die-umwelt.de näher darüber informieren.


Ausführlicher möchten wir Euch an dieser Stelle jedoch über unsere bisherigen Praktikumserfahrungen im Buchenwald-Nationalpark berichten, um Euch einen Einblick in die Arbeit als Praktikant für die Umwelt zu geben. Unser kleiner Erfahrungsbericht soll Euch auch dabei helfen, Euch generell die Entscheidung zu erleichtern, für welches Praktikum Ihr Euch im Rahmen Eures Studiums entscheidet bzw. den geeigneten Standort für Euer Praktikum für die Umwelt zu finden. Denn wir wissen – das Praktikumsangebot für Studenten ist vielfältig und insbesondere im Rahmen des Commerbank/EUROPARC-Praktikums könnt Ihr bundesweit zwischen 27 Einsatzstellen (z.B. Wattenmeer) wählen.

Mein Name ist Johanna Dicklberger, ich bin 28 Jahre jung und meine Heimat ist das schöne Niederbayern. Ich studiere an der Universität Bayreuth „Geographische Entwicklungsforschung Afrikas“, habe im April 2009 meine Bachelor-Arbeit abgegeben und warte derzeit noch auf meine Ergebnisse.

Ich bin ein Beispiel dafür, dass auch Absolventen und Spätentschlossene die Chance auf eine Stelle als Praktikant für die Umwelt haben. Denn laut den Bewerbungsmodalitäten dürfen Absolventen von FH oder Uni nur in Ausnahmefällen am Commerzbankpraktikum teilnehmen. Außerdem habe ich mich erst nach Ende der Bewerbungsfrist (15.01.2009) entschieden, mich im Praktikum für 2009 in einem Nationalpark in der Umweltbildung zu engagieren. Also mein Tipp: Bewerbt Euch auf alle Fälle auf eine ausgeschriebene Stelle!


Ihr werdet Euch vielleicht fragen, warum ich nicht als Praktikantin für die Umwelt im Nationalpark Bayerischer Wald oder Berchtesgaden tätig bin und warum ich mich mit meinem Studienhintergrund für das Commerzbankpraktikum interessiert habe?

Für mich stellt das Praktikum in Hessen eine Chance dar, andere schöne und einmalige Naturräume in Deutschland kennen zu lernen. Im Rahmen meines Studiums hatte ich die Gelegenheit Nationalparke in Äthiopien und Madagaskar kennenzulernen, aber außer den bayerischen National- bzw. Naturparken habe ich noch keinen anderen in Deutschland intensiver erlebt. „Eigentlich schade!“, dachte ich mir. Ausschlaggebend war jedoch für mich, dass ich mich nach dem Studium beruflich noch einmal orientieren wollte, bevor ich mich langfristig für den Berufseinstieg in die internationale Entwicklungszusammenarbeit entscheide. Ich wollte das Berufsbild eines Schutzgebietsbetreuers, wobei sich mittlerweile der Begriff „Ranger“ etabliert hat - näher kennenlernen bzw. einen Einblick in deren Aufgabenbereich gewinnen. Im Rahmen einer Studienexkursion in den Nationalpark Berchtesgaden wurde ich auf den Beruf Ranger aufmerksam. Die Arbeit in der freien Natur, Bildungsarbeit und der Kontakt zu Menschen verschiedenster Altersstufen konnte ich mir auch für meine berufliche Zukunft gut vorstellen. Ich würde mich nämlich– wie man für gewöhnlich sagt – als einen typisch naturverbundenen Menschen bezeichnen und nach der beruflichen Laufbahn als Steuerfachangestellte stand für mich fest, dass ein reiner Bürojob dauerhaft nicht das Richtige für mich ist.


Wo liegen meine Haupteinsatzbereiche?

Vor allem wirke ich bei Themenführungen im Nationalpark und in den daran angeschlossenen Einrichtungen, insbesondere im Wildtierpark mit. Zusammen mit dem Ranger oder eigenständig arbeite ich Führungen aus, wobei die Vermittlung des Mottos der Nationalparke „Natur Natur sein lassen“ und waldpädagogische Aktionen im Vordergrund stehen. Auch die Teilnahme am Grundschulprojekt hat mir großen Spaß gemacht. Mein handwerkliches Geschick kann ich im Rahmen von Bastelaktionen in der Waldschule testen und beweisen. Auch in die Forschungsarbeiten, die im Nationalpark Kellerwald-Edersee durchgeführt werden, konnte ich bisher einen guten Einblick gewinnen.


Der Besucherservice in den öffentlichen Informationseinrichtungen Fagutop und KellerwaldUhr gehören ebenso zu meinen Aufgaben. Hier erkläre ich beispielsweise interessierten Besuchern mögliche Wanderrouten und gebe Ausflugstipps oder arbeite bei den regelmäßig anfallenden Pflegearbeiten mit.


Insgesamt ist das Praktikum für die Umwelt hier im Kellerwald-Edersee sehr vielseitig und abwechslungsreich. Den Praktikanten wird die Möglichkeit gegeben, selbständig Ideen für ein Projekt zu entwickeln und dieses auszuarbeiten. Eine Abwechslung zum theoretischen Alltag im Hörsaal oder der Bibliothek in der Uni und so eine gute Vorbereitung auf die spätere Berufswelt. Unsere Meinung in Kürze: Das Praktikum für die Umwelt für den Nationalpark Kellerwald-Edersee – auf jeden Fall einen Einsatz wert!