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21.08.2018

Ein Leben für und mit dem Wald

– 40-jähriges Dienstjubiläum von Ranger Friedhelm Kümmel

Bad Wildungen. Der 3. August war ein besonderer Tag für Nationalpark-Ranger Friedhelm Kümmel. Nationalparkleiter Manfred Bauer überreichte dem fünfundfünfzigjährigen Frankenauer die Urkunde zum 40-jährigen Dienstjubiläum und dankte ihm für sein langjähriges Engagement.

40 Jahre Zugehörigkeit zu einem Arbeitgeber, das ist dieser Tage etwas Besonderes. Nationalparkleiter Manfred Bauer würdigte diese Zeit, aber vor allem die tatkräftige Mithilfe in der Aufbauphase des einzigen hessischen Nationalparks: „Friedhelm Kümmel ist schon seit über 13 Jahren Nationalpark-Mitarbeiter und gehört damit zu den Männern der ersten Stunde. Ich bedanke mich bei ihm recht herzlich für seinen unermüdlichen Einsatz“.

Friedhelm Kümmel ist ein echtes Kind der Region. Am 27. März 1963 in Frankenau geboren, besuchte er dort auch die Schule. Er hatte von jeher Freude, sich in der Natur aufzuhalten. Mit fünfzehn Jahren beschloss er deshalb, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten und ebenfalls Forstwirt zu werden. Seine dreijährige Ausbildung begann Friedhelm Kümmel am 1. August 1978 im damaligen Forstamt Edertal, die er Ende Mai 1981 erfolgreich abschloss.
Vom 3. Oktober 1983 bis zum 31. Dezember 1984 folgte der Wehrdienst. Friedhelm Kümmel, der auch Frankenauer Platt schwatzen kann, blieb der Region verbunden und leistete seine Zeit in der Heeresfliegerstaffel 365 in Fritzlar ab. Nach dem Wehrdienst kehrte er ins Forstamt Edertal zurück.

Zum 1. März 2005 wurde Friedhelm Kümmel zum Nationalpark Kellerwald-Edersee versetzt. Dass Buchengroßschutzgebiet war erst vor Kurzem, zum 1.04.2004 ausgewiesen worden, und steckte sozusagen noch in den Kinderschuhen. Ranger Friedhelm Kümmel gehört damit zu denjenigen Nationalpark-MitarbeiterInnen, die die Aufbauphase einer Nationalparkverwaltung und Schutzgebietsentwicklung hautnah miterlebt und vor allem praktisch tatkräftig mitgestaltet haben, beispielsweise bei der Ausschilderung von Rad- und Wanderwegen, die Nationalparkbesuchern auch ohne Karte eine Orientierung im Nationalpark sowie ein abwechslungsreiches Naturerleben ermöglicht.
Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt lag auf dem Abbau des sog. Umfanggatters, das im Jahr 1894 zur Wildschadensabwehr errichtet worden war. Außerdem wurden zahlreiche weitere Spuren menschlicher Nutzung des ehemaligen Wildschutzgebietes wie z.B. Innengatter oder Heuschuppen mit dem Ziel beseitigt, der Natur in den ausgewiesenen Entwicklungszonen aktiv unter die Arme zu greifen und sie später in die sog. Prozessschutzfläche überführen zu können, in die der Mensch nicht mehr eingreift und sich die Natur ganz im Sinne der Nationalpark-Philosophie frei entwickeln kann. 
Unterstützt wurden die Ranger bei diesen Arbeiten durch regelmäßige Arbeitseinsätze freiwilliger Helfer aus der Umgebung, beispielsweise der Kegelbergschule oder der Lebenshilfe Waldeck-Frankenberg, aber auch durch überregional tätige Gruppen wie dem Bergwaldprojekt. Insbesondere diese Tätigkeiten bereiteten Friedhelm Kümmel immer große Freude – spannende Begegnungen mit unterschiedlichen Menschen und mit diesen gemeinsam praktische Arbeiten im Wald, in der Natur durchzuführen. Der Kontakt zu den Menschen, gleich ob Einheimischer oder Urlaubsgast, gefiel ihm auch beim Ranging, wenn sich die Ranger – zu Fuß oder auf dem Fahrrad im Schutzgebiet unterwegs sind, um Nationalparkbesucher mit Rat und Tat zur Seite zu stehen oder sie z.B. auf das Wegegebot im Nationalpark hinzuweisen.
Für Friedhelm Kümmel ist es immer interessant, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen – auch wenn sie vielleicht Kritik äußern-, den seiner Erfahrung nach ist ein offener Austausch enorm wichtig: nicht nur als Aufklärung, sondern insbesondere auch für das gegenseitige Verständnis, um ggf. den Anstoß für Veränderungen zu geben. Obwohl Friedhelm Kümmel gerne mit Menschen in einen Dialog tritt, hat er an  Tätigkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit, wie z.B. die Betreuung eines Infostandes auf der Kasseler Frühjahrsmesse, nicht sein Herz verloren. Er bevorzugt praktische, tatkräftige Managementtätigkeiten im Schutzgebiet selbst. Dabei kam ihm auch die Fortbildung zum Geprüften Natur- und Landschaftspfleger zugute, die er 1999 erfolgreich abschloss. Eine weitere Zusatzqualifikation ist die Ausbildung zum Hilfspolizeibeamten, die er am 21.03.2013 ebenfalls erfolgreich absolvierte.


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