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06.12.2017

Buchpräsentation im NationalparkZentrum

Buch über UNESCO-Welterbe im Nationalpark Kellerwald-Edersee als vierter Band der Reihe „Alte Buchenwälder Deutschlands“ vorgestellt
Vöhl-Herzhausen. Am ersten Advent stellte Autor Norbert Panek sein frisch erschienenes Buch „Nationalpark Kellerwald-Edersee – Weltnaturerbe in Hessen“ im NationalparkZentrum Kellerwald vor. In dem reich bebilderten vierten Band der Reihe „Alte Buchenwälder Deutschlands“ thematisiert er die verschiedenen Waldtypen des Kellerwaldes sowie die darin vorkommende Pflanzen- und Tierwelt. Umrahmt wurde die Buchpräsentation mit anschließender Signierstunde von einem Vortrag von Nationalpark-Abteilungsleiter Achim Frede und einer Vorstellung der gesamten Buchreihe durch Roland Lehmann vom Verlag Natur + Text.

In seinem Buch „Nationalpark Kellerwald-Edersee – Weltnaturerbe in Hessen“, das am vergangenen Adventssonntag im NationalparkZentrum Kellerwald präsentiert wurde, nimmt Autor Norbert Panek die Leser mit auf eine spannende Reise in die Schatzkammern des Großschutzgebiets. Er stellt darin nicht nur die verschiedenen Waldtypen sowie Flora und Fauna des Nationalparks vor, sondern begibt sich auch auf einen historischen Exkurs. Die teilweise noch sichtbaren Spuren alter Bewirtschaftungs- und Nutzungsformen wie Köhlerei oder Waldweide in der Region werden von Panek erläutert und er zeichnet den steinigen und fast zwanzig Jahre andauernden Weg zur Ausweisung des einzigen hessischen Nationalparks nach.

Mittlerweile gehören ausgewählte Bereiche des Nationalparks Kellerwald-Edersee, die bereits im Jahr 2011 von der UNESCO zum Weltnaturerbe gekürt wurden, zum größten seriellen, transnationale UNESCO-Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“ – bestehend aus insgesamt zwölf europäischen Ländern, 41 Schutzgebieten und 78 Stätten. Dieses Welterbe bildet den andauernden ökologischen Prozess sowie die außergewöhnliche biologische Vielfalt der europäischen Rotbuchenwälder in unterschiedlichen biogeografischen Regionen ab.

Die Welterbe-Auszeichnung des Nationalparks wird in der multimedialen Dauer- und Erlebnisausstellung des NationalparkZentrums Kellerwald veranschaulicht. Ein toller und passender Ort, um das Buch zum Welterbe des hiesigen Nationalparks vorzustellen. Erika Hofmann, Leiterin des NationalparkZentrums Kellerwald, begrüßte die Gäste zur Buchpräsentation und freute sich über deren großes Interesse. Sie skizzierte das Thema Weltnaturerbe in der Ausstellung und in der Bildungsarbeit des NationalparkZentrums. Achim Frede, Leiter der Abteilung Naturschutz, Forschung und Planung im Nationalparkamt, stimmte mit seinem Bildvortrag „Der Kellerwald als Teil des Weltnaturerbes Europäische Buchenwälder“ auf die Buchvorstellung ein. „Der Kellerwald gehört jetzt zur größten seriellen, länderübergreifenden Weltnaturerbestätte. Wir sind stolz, diesen Prozess mit angestoßen zu haben“, sagte er. 

Im Anschluss an die Buchpräsentation stellte Roland Lehmann vom Verlag Natur + Text die Reihe „Alte Buchenwälder Deutschlands“ vor, in der das Buch von Norbert Panek über den Nationalpark Kellerwald-Edersee als vierter Band erscheint. Der fünfte Band über den Nationalpark Jasmund befindet sich derzeit in Vorbereitung.
Bisher veröffentlicht wurden:
•    Serrahn – Weltnaturerbe im Müritz-Nationalpark
•    Grumsin – Weltnaturerbe im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin
•    Nationalpark Hainich – Weltnaturerbe in Thüringen und nun auch:
•    Nationalpark Kellerwald-Edersee – Weltnaturerbe in Hessen
Das 168 Seiten umfassende, vollfarbige und reich bebilderte Buch „Nationalpark Kellerwald-Edersee – Weltnaturerbe in Hessen“ kostet 24,90 Euro. Am Erscheinungstag konnten sich interessierte Gäste ihre Exemplare als besondere Erinnerung vom Autor signieren lassen.

Hintergrund:
UNESCO-Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“
Das Welterbekomitee der UNESCO entschied am 25. Juni 2011 auf seiner 35. Sitzung in Paris, die „Alten Buchenwälder Deutschlands“ in die Liste des Welterbes einzuschreiben. Sie würden hervorragend das seit 2007 bestehende UNESCO-Weltnaturerbe „Buchenurwälder der Karpaten“ ergänzen. Das bestehende transnationale Weltnaturerbe „Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands“ wurde in diesem Jahr erneut erweitert – am 7. Juli 2017 in Krakau. Es wurden 63 weitere Buchenwälder in zehn Ländern in die Welterbeliste aufgenommen. Somit zählt das UNESCO-Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“ derzeit insgesamt 78 Stätten in 41 Schutzgebieten und 12 europäischen Ländern.
Gemeinsam bilden sie den andauernden ökologischen Prozess sowie die außergewöhnliche biologische Vielfalt der europäischen Buchenwälder in den unterschiedlichen biogeografischen Regionen ab. Sommergrüne Laubwälder erstrecken sich fast ausschließlich auf die nördliche Erdhalbkugel. Insbesondere die Rotbuche kommt ausschließlich in Europa vor. Es ist weltweit ein einzigartiger Vorgang, dass sie als einzelne Baumart im Zuge eines  sogar noch andauernden, ökologischen Prozesses die Wald- und Ökosystembildung weiter Teile eines ganzen Kontinents bestimmt. Diese Dominanz hat sich innerhalb von wenigen Jahrtausenden nach der letzten Eiszeit entwickelt – einer geologisch wie evolutionär gesehen extrem kurzen Zeitspanne. Gegenwärtig zeigt insbesondere Deutschland innerhalb Europas markant den ungebrochenen Prozess, der diesen Kontinent prägt.                       
Zu den „Alten Buchenwäldern Deutschlands“ zählen ausgewählte Bereiche der Nationalparks  Jasmund und Müritz in Mecklenburg-Vorpommern, des Nationalparks Hainich in Thüringen, des  Nationalparks Kellerwald-Edersee in Hessen und des Waldgebiets Grumsin im brandenburgischen UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Sie bilden die unterschiedlichen Buchenwaldtypen Deutschlands ab – von den Mittelgebirgen bis zur Küste. Außerdem beherbergen sie zusammen mehr als zwei Drittel der Waldpflanzenarten, deren Weltverbreitung auf Europa konzentriert ist. 
Der Kellerwald weist die besten und ausgedehntesten bodensauren Buchenwälder des Mittelgebirges über Schiefer und Grauwacke auf.  Seine Wälder zeichnen sich durch ihre Naturnähe und einen überdurchschnittlich hohen Altholzanteil mit Urwaldrelikten aus. 18 von 22 in Hessen vorkommenden Fledermausarten, sechs von zehn mitteleuropäischen Spechtarten, Urwaldzeiger wie der Pilz Ästiger Stachelbart, der Veilchenblaue Wurzelhalsschnellkäfer sowie die Pfingstnelke als Eiszeitrelikt belegen den Strukturreichtum der alten Wälder. Die Weltnaturerbefläche im Nationalpark Kellerwald-Edersee ist 1467 Hektar groß.

Im Nationalpark Kellerwald-Edersee gilt bereits auf über 90 Prozent der Fläche der Prozessschutz und das Motto „Natur Natur sein lassen“. Die Nationalparkverwaltung greift nur in seltenen Fällen in den natürlichen Prozess ein, um naturferne Störelemente zu renaturieren, der Natur als Initialzündung unterstützend unter die Arme zu greifen oder die wenigen Dauerpflegeflächen beispielsweise aus kulturhistorischen Gründen zu erhalten.

Über den Autor Norbert Panek
•    Diplom-Ingenieur für Landespflege
•    Leiter des Nationalen Geoparks „Grenzwelten“ im Landkreis Waldeck – Frankenberg
•    berät als Waldexperte verschiedene Organisationen
•    Gründungsmitglied des Vereins „Pro Nationalpark Kellerwald e.V.“,
welcher nach  Nationalparkausweisung in den „Förderverein für den Nationalpark Kellerwald-Edersee e.V.“ umgewandelt wurde





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