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23.11.2016

Nationalpark Kellerwald-Edersee lud zum 11. Wildbuffet ein

Bad Wildungen. Das diesjährige Wildbuffet des Nationalparks Kellerwald-Edersee fand am Freitag, den 18. November, erneut im MARITIM-Hotel statt. Mittlerweile hat es sich zu einem gesellschaftlichen Ereignis entwickelt, bei dem Partner, Freunde und Förderer des Nationalparks bei exklusiven Wildgerichten in entspannter Atmosphäre das zu Ende gehende Jahr beschließen. Rund 190 Gäste aus nah und fern nahmen am Wildbuffet teil.

Fördervereinsvorsitzende Dr. Gitta Langer bedankte sich zunächst bei allen Gästen für ihr Kommen sowie ihr Engagement für den Nationalpark Kellerwald-Edersee. Letzteres ermögliche nicht nur die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Nationalparkverwaltung, sondern vor allem die vielseitigen Projekte des Vereins. „Wir unterstützen die Nationalparkverwaltung gerne im Bereich der Forschung. Ein großes Anliegen des Vereins ist es Menschen über den Nationalpark zu informieren, für seine Schätze zu begeistern und ihn barrierefrei erlebbar zu machen.“, erklärte Dr. Gitta Langer. Sie bat die Gäste gleichzeitig, den Nationalpark tatkräftig oder finanziell, z. B. als Fördervereinsmitglied, weiter zu unterstützen.

Maren Müller-Erichsen, Beauftragte der Hessischen Landesregierung für Menschen mit Behinderungen, berichtete über ihre wundervolle Exkursion durch das Buchenmeer und die Besichtigung der Ausstellung im NationalparkZentrum Kellerwald mit 4D-Sinne Kino im März 2016, die unter der Führung von Manfred Bauer und Jutta Seuring erfolgten. Die Beauftragte war über die gelungene Barrierefreiheit ─einige Gehwege, die Quernst-Kapelle, eine Behindertentoilette usw.─ unter Berücksichtigung der Unversehrtheit der Natur und der Umwelt, sehr erfreut, insbesondere über das 3D-Audiomodell für Sehbehinderte und blinde Personen sowie für Menschen mit Hörbehinderung. Des Weiteren teilte sie mit, dass der Workshop „Naturerlebnis inklusiv“ im Rahmen des 6. Tags der Menschen mit Behinderungen im Hessischen Landtag im September 2016 mit Begeisterung angenommen wurde. Sie erklärte: „Ich freue mich, dass auch Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen einen großen Beitrag zum Tag der Menschen mit Behinderungen geleistet haben, indem sie gemeinsam mit den Rangern und Gästen die Insektenhotels gebaut haben. Herzlichen Dank an Frau Seuring!“ Die Beauftragte empfindet die Kooperation mit dem Nationalpark Kellerwald-Edersee als sehr bereichernd und zukunftsweisend, um gemeinsam weitere inklusive Projekte zu realisieren. Nur so könne eine Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderungen in der Natur gewährleistet und erreicht werden.
Jutta Seuring, Sachgebietsleiterin Kommunikation, Bildung und Naturerleben im Nationalparkamt,  erklärte: „Sich mit dem Thema Barrierefreiheit auseinanderzusetzen ist ein Erkenntnis- und Lernprozess für jeden einzelnen von uns. Und je mehr und länger wir uns mit dem Thema befassen, desto zahlreicher die Ideen, was wir alles noch machen könnten und sollten. Und je öfter wir die Möglichkeit haben, Menschen mit Behinderung zu begegnen, desto spannender und bereichernder und fröhlicher wird es.“
Das 11. Wildbuffet bot ein abwechslungsreiches Programm. Eine Bilderschau stellte bereits umgesetzte Projekte zur Erweiterung der barrierefreien Angebote der Nationalparkverwaltung vor und skizziere Ideen für weitere Maßnahmen.
Als Hauptpreise der zum zweiten Mal stattfindenden Tombola lockten eine Wohnzimmerlesung mit Bernhard Schäfer vom Bad Wildunger Buchland, zwei Übernachtungen mit Frühstück für zwei Personen im Maritim-Hotel Bonn, ein dreitägiger Aufenthalt beim Nationalpark-Partner Ferienhaus Schöneweiß für vier Personen, eine Ranger-Führung in den Nationalpark Kellerwald-Edersee für eine Gruppe von acht bis 25 Personen sowie eine Planwagenfahrt in das Reich der urigen Buchen mit dem Nationalpark-Partner Fuhrhalterei Archehof für 15 Personen. Der Erlös der diesjährigen Tombola kommt einem Projekt zur Barrierefreiheit zu Gute.
Sven Polchow, der die Junior Ranger des Nationalparks Kellerwald-Edersee betreut, verkaufte während des Wildbuffets von den „Nachwuchsrangern“ selbstgepressten Apfelsaft. Der Erlös kommt dem Junior Ranger-Projekt zu Gute.
Das musikalische Rahmenprogramm wurde von der Band Hills und Pommes vom Bathildisheim e.V. gestaltet. Jutta Seuring und Denise Horstmann vom Nationalparkamt gestalteten die stimmungsvolle und aus Naturmaterialien kunstvoll gefertigte Dekoration. Die Früchte und Blätter verschiedener Baumarten  auf den Tischen griffen das von Georg Lichtenberg Christoph stammende Zitat, unter dem das 11. Wildbuffet stand, gekonnt auf: „ Wir sind alle Blätter an einem Baum, keines dem anderen ähnlich – das eine symmetrisch, das andere nicht, und doch gleich wichtig dem Ganzen.“


Hintergrund:
Nationalpark Kellerwald-Edersee
– Im Reich der urigen Buchen
In Deutschland gibt es derzeit 16 Nationalparks. Der Nationalpark Kellerwald-Edersee wurde am 1.1.2004 ausgewiesen. Als einziger Nationalpark Hessens schützt er auf einer Gesamtfläche von 5.738 ha einen der größten zusammenhängenden Buchenwälder Mitteleuropas. Natur darf Natur sein. Die ausgedehnten alten Laubwälder werden nicht mehr genutzt. Hier entsteht „Wildnis von morgen“. Seit 2011 ist der Nationalpark Kellerwald-Edersee ein Teilgebiet des transnationalen UNESCO-Weltnaturerbes „Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands“.
Der Kellerwald wird geprägt durch die bodensauren Buchenwälder des Mittelgebirges auf Schiefer und Grauwacke. An Felssteilhängen und Blockschutthalden erreicht die Buche hier ihre natürliche Waldgrenze und bildet bizarr gewachsene Baumgestalten. Urige Wälder auf Bergkuppen und in Schluchten, über 1.000 reinste Quellen und Bäche sowie ruhige Waldwiesentäler bilden wertvolle Lebensräume und sind die Schätze des Nationalparks.

Die barrierefreie oder rollstuhlgerechte Umsetzung im Schutzgebiet selbst ist aufgrund der Mittelgebirgstopografie naturgemäß schwierig. Ein erster erfolgreicher Baustein war der 1,2 km lange rolligerechte Weg zur Aussicht am Hagenstein, die um eine rollstuhlgeeignete Aussichtsplattform ergänzt werden konnte. Alle Bildungseinrichtungen sind für Rollstuhlfahrer und Familien mit Kinderwagen frei zugänglich. Die Dauerausstellung im NationalparkZentrum Kellerwald wurde zuletzt durch das mehrsprachige taktile 3D-Audio-Modul zum UNESCO-Weltnaturerbe für Blinde und Sehbehinderte sowie für ausländische Gäste im April dieses Jahres ergänzt. Mitte Oktober wurde mit dem WildnisWald ein weiteres Exponat im Zentrum eröffnet, das nicht nur die verschiedenen Sinne der Besucher anspricht, sondern bei Informationstexten zudem die Leichte Sprache verwendet.

Kurzportrait des Fördervereins
Der Förderverein für den Nationalpark Kellerwald-Edersee e. V. wurde 1992 zunächst als Verein „Pro Nationalpark e. V. gegründet. Das primäre Ziel des Vereins war die Errichtung eines Nationalparks in der Kellerwald-Region. Trotz vielfältigem Widerstand setzte man sich konsequent für die Umsetzung des Nationalparkkonzeptes und zum Schutz des weltweit einmaligen Naturerbes ein. Mit der Einrichtung des Nationalparks 2004 änderten sich die Aufgaben des Vereins vom „Fordern“ zum „Fördern“. Menschen innerhalb und außerhalb der Kellerwald-Region sollen so z. B. für die Idee des Nationalparks nach dem Motto  „Mitmachen im Reich der urigen Buchen“ gewonnen werden. Daher organisiert der Verein in diesem Sinne (neben u. a. der Unterstützung des Nationalparkamts, Naturschutz- und Forschungsvorhaben und der Akquise von Sponsorengeldern) für seine Mitglieder Exkursionen, Beteiligung an Arbeitseinsätzen sowie das alljährliches Wildbuffet.

Aufgaben und Ziele unseres Fördervereins
Das wichtigste Ziel des Nationalparks ist der dauerhafte Schutz des nationalen und globalen Naturerbes. Der Nationalpark als Herzstück des Naturparks Kellerwald-Edersee ist gleichzeitig ein wichtiger Motor für die touristische und wirtschaftliche Entwicklung der Region. Der Förderverein will auch hierzu seinen Beitrag leisten.
Der Förderverein unterstützt die Nationalparkverwaltung bei ihren vielfältigen Aufgaben im Bereich Naturschutz, Forschung, Umweltbildung sowie seiner öffentlichen Darstellung. Eine weitere Aufgabe ist die Zusammenarbeit mit Vereinen gleicher Zielsetzung und mit anderen Nationalparken.
Daher besteht eine wichtige Aufgabe des Fördervereins darin, den Nationalpark in Hessen und darüber hinaus bekannt zu machen und für seine Akzeptanz zu werben. Interessierte Menschen können ihre Ideen und Vorschläge in die Arbeit des Fördervereins einbringen. Ehrenamtliche Botschafter sollen in Zukunft den Nationalpark Kellerwald-Edersee in Hessen bekannt machen. Um unsere Aufgaben zu erfüllen werden wir folgende Möglichkeiten nutzen:
  • Öffentliche Veranstaltungen, Ausstellungen und Vorträge,
  • Förderung von Bildungsangeboten besonders für Kinder und Jugendliche (z. B: Übernahme von Transportkosten im Rahmen des Grundschulprojekts oder der Fahrt von mitwirkenden Schülern bei einem Theaterstück zur Weltnaturerbefeier)
  • Durchführung von kulturellen Veranstaltungen, Umweltbildungsmaßnahmen und Führungen,
  • Herausgabe von Broschüren (z.B. Basis-Broschüre), Postern und Postkarten und anderen Werbematerialien (1. Wanderkarte) für den Nationalpark sowie Verkauf im Auftrag des Nationalparkamts,
  • Unterstützung praktischer Naturschutzarbeit, Einsatz freiwilliger Helfer
  • Kontaktpflege zu anderen Organisationen des Naturschutzes, zu anderen Nationalparks, zur Politik, zu den Medien und anderen Organisationen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur,
  • Werben von Sponsoren die den Nationalpark über den Förderverein unterstützen.

Natur für alle - Nationalparkverwaltung baut Barrieren ab
Alle Bildungseinrichtungen sind für Rollstuhlfahrer und Familien mit Kinderwagen frei zugänglich. Die Nationalparkverwaltung Kellerwald-Edersee erweitert jedoch permanent ihre barrierefreien Angebote für Urlaubsgäste und Bevölkerung, auch im Schutzgebiet selbst, in dem barrierefreie oder rollstuhlgerechte Umsetzungen aufgrund der Mittelgebirgstopografie naturgemäß schwierig sind. Auch der Internetauftritt erfüllt die Grundvoraussetzungen für Barrierefreiheit. Vom Layout getrennte Inhalte und alternative Darstellungsformen für mobile Geräte oder einfache Textausdrucke sowie alternative Titel oder Beschreibungen zu Inhalten erlauben die korrekte Interpretation der Informationen durch Mensch und Maschine. Mehrsprachigkeit und Suchfunktionen unterstützen die Zugänglichkeit der Seiten.

Natur für alle - Zeitstrahl Barrierefreiheit
seit 2004: (Nationalparkgründung)    Nationalpark-Partner Ralf Finke ermöglicht mit seinen Kutschfahrten gehbehinderten Nationalparkbesuchern einen Zugang zur Wildnis
seit 2007: Am Nationalparkeingang Himmelsbreite wird ein Wanderparkplatz speziell für Rollstuhlfahrer vorgehalten
2008: Barrierefreie Wildbeobachtungskanzel im Rosengrund zwischen Frankenau und Altenlotheim (ebenerdige Rampe)
2011: Rollitauglicher Weg vom Nationalparkeingang Himmelsbreite zur Aussichtsplattform am Hagenstein (ca. 1,2 km)
2012: Behindertengerechte Toilette gegenüber der Quernst-Kapelle
seit 2013: Führungen in deutscher Gebärdensprache
2013: Barrierefreier Weg durch das Schwarzwildgehege im WildtierPark Edersee; kostenfreie Nutzung eines Elektro-Scooters ist möglich.
Die Wegeführung im WildtierPark Edersee ist für Familien mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer geeignet.
2013: Barrierefreie Strecke vom Nationalparkeingang Euler zur Quernst, mit rolligerechtem Weg zur Quernst-Kapelle
2014: Barrierefreie Aussichtsplattform am Hagenstein
2015: Kostenfreie Nutzung eines Elektro-Scooters im NationalparkZentrum Kellerwald, um auf der Hagenstein-Route die werdende Wildnis erleben zu können
2016: Ertastbares, maßstabsgerechtes Modell der Quernst-Kapelle für Sehbehinderte
2016: 3- D Körperschallmodell im NationalparkZentrum Kellerwald
2016: - WildnisWald-Modul mit haptischen Elementen und Informationstexten in Leiter Sprache im NationalparkZentrum Kellerwald
- Buchen-Naturerlebnispfad im Elsebach (Schmittlotheim) für Menschen mit und ohne Behinderung

Natur für alle - Kooperationen
Das Bergwaldprojekt e.V. bringt mit seinen Einsatzwochen allein in Deutschland jedes Jahr über 2000 Menschen in die Natur. Seit 2006 werden auch Projekte im Nationalpark Kellerwald-Edersee betreut. Ziel der Arbeitseinsätze ist es, die vielfältigen Funktionen der Ökosysteme zu erhalten, den TeilnehmerInnen die Bedeutung und die Gefährdung der natürlichen Lebensgrundlagen bewusst zu machen und eine breite Öffentlichkeit für einen naturverträglichen Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu bewegen. Seit 2009 engagieren sich auch Betreute der Lebenshilfe in Waldeck-Frankenberg e.V. tatkräftig an fünf Einsätzen pro Jahr im Nationalpark. Die ehrenamtlichen Einsätze von Menschen mit Behinderung und ihren freiwilligen Begleitern finden seit 2009 immer samstags von 10:00 bis 14:00 Uhr statt. Insgesamt gibt es aktuell über 20 betreute Freiwillige und 5 ehrenamtliche Betreuer. Seit 2011 wird auch in Kooperation mit dem Bergwaldprojekt eine Gemeinsame Waldwoche durchgeführt. Für eine Woche wohnen und arbeiten Menschen mit und ohne Behinderungen zusammen. Das Interesse bei den Menschen mit Behinderung ist ungebrochen groß, so dass zurzeit sogar Interessierte auf der Warteliste stehen. Initiiert wurde die erste Veranstaltung im Rahmen einer Kooperation von EUROPARC Deutschland e.V. und der Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V.. Gemeinsam bieten sie interessierten Menschen mit geistiger Behinderung die Möglichkeit, die Arbeit in Nationalen Naturlandschaften ehrenamtlich zu unterstützen.                                                                                                                      
„Ehrensache Natur“, Freiwilligenprogramm von EUROPARC Deutschland: Die Ehrenamt-Initiative von EUROPARC Deutschland, dem Dachverband der Nationalen Naturlandschaften, zu denen auch der Nationalpark Kellerwald-Edersee gehört, startete zunächst unter dem Namen „Freiwillige in Parks“ und wird seit 2010 unter dem neuen Namen „Ehrensache Natur“ fortgesetzt und ausgebaut. Vorbild für die Initiative ist das Programm „Volunteers in Parks“, das seit 1970 die Freiwilligenarbeit in US-amerikanischen Nationalparks organisiert. Träger und Koordinator ist EUROPARC Deutschland. Bei der Finanzierung werden die Parks seit 2003 durch Stiftungen, die Europäische Kommission sowie den Bund unterstützt. Die Freiwilligen helfen den hauptamtlichen Mitarbeitern der Schutzgebiete bei ihren zahlreichen Aufgaben. „Ehrensache Natur“ richtet sich an Einzelpersonen oder Gruppen aus allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens.

Von Beginn des Nationalparks an werden einmal pro Woche Schülerinnen und Schüler der Kegelbergschule Frankenberg betreut. Die Kegelbergschule ist eine Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung in Verbindung mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung. Ziel ist die Vorbereitung der jungen Erwachsenen auf ein eigenständiges berufliches Leben entsprechend ihrer Kompetenzen.




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