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24.06.2016

Nationalparkamt eine Spur wilder

Kunst-AG bringt Nationalpark-Motive nach Bad Wildungen

Bad Wildungen. Seit kurzem werden Besucher in der Laustraße 8, dem Sitz der Nationalparkverwaltung in Bad Wildungen, durch wunderschöne und farbenprächtige Motive aus dem Nationalpark Kellerwald-Edersee empfangen. Gestaltet wurden diese Wandbilder, die nun die zuvor triste Mauer zum Parkplatz zieren, von der Arbeitsgruppe Malerei des Gustav-Stresemann-Gymnasiums Bad Wildungen.

Bisher fuhren Nationalpark-Mitarbeiter sowie Besucher der Nationalparkverwaltung  zum hinter dem Gebäude liegenden Parkplatz an einer tristen grauen Mauer entlang. In Kooperation mit der Arbeitsgruppe Malerei des Gustav-Stresemann-Gymnasiums in Bad Wildungen entstand das gemeinsame Projekt, die Mauer mit charakteristischen Motiven aus dem Nationalpark Kellerwald-Edersee sowohl ansprechender zu gestalten als auch die Betrachter anzuregen, die Schätze des nahgelegenen Schutzgebiets während einer Wanderung oder Fahrrad-Tour in natura selbst zu entdecken.

Faszinierende Waldbilder, floristische Kostbarkeiten wie die Pfingstnelke und heimliche Waldbewohner wie Wildkatze, Schwarzstorch und Co. gewähren Einblick in das Reich der urigen Buchen. Insgesamt 18 Wandbilder stellen für den Nationalpark typische Landschaftsbilder oder charakteristische Tiere und Pflanzen vor, bei denen selbstverständlich der Boggel als Sympathieträger und Alleinstellungsmerkmal des hessischen Buchengroßschutzgebiets nicht fehlen darf.

Nationalparkleiter Manfred Bauer freut sich sehr über die gute Zusammenarbeit mit dem Gustav-Stresemann-Gymnasium: „Alle Beteiligten waren hochmotiviert und haben das Projekt gemeinsam erfolgreich umgesetzt.“

Auch Dagmar Ipach, Leiterin des Gustav-Stresemann-Gymnasiums, begrüßt die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen: „Mit dem Nationalparkamt sind wir bereits seit Jahren verbunden und führen immer wieder gemeinsame Projekte durch, beispielsweise das Projekt „Juniormanger für Naturschutz“. Es ist schön, dass mit der erneuten Kooperation sogar ein Auftrag zur Gestaltung der Mauer erteilt wurde. Dadurch bekam das Projekt eine gewisse Ernsthaftigkeit und ermöglichte den Schülern und Schülerinnen der Arbeitsgruppe Malerei einen Blick über den Tellerrand und in das Arbeitsleben“.

Jens Deutschendorf, Erster Kreisbeigeordneter und Nationalparkdezernent, erklärt: "Der Nationalpark ist eine große Bereicherung für den Landkreis. Er hat sich seit seiner Gründung sehr gut entwickelt. Die jungen Künstlerinnen und Künstler haben sich durch ihre Arbeit auf ganz besondere Weise mit dem Schutzgebiet beschäftigt und auseinandergesetzt. Das ist für sie selbst eine Bereicherung und sorgt darüber hinaus für mehr Aufmerksamkeit für den Nationalpark. Es freut mich, dass man ihn nun auch in seinem direkten Umfeld immer deutlicher wahrnimmt, was durch dieses Kunstprojekt unterstützt wird."

Die Idee für ein gemeinsames Kunst-Projekt stammt von Nationalparkleiter Manfred Bauer. Im Herbst des vergangenen Jahres nahm er Kontakt zum Gustav-Stresemann-Gymnasium Bad Wildungen auf. Die Idee wurde begeistert aufgegriffen und bereits im Oktober begann die konkrete Umsetzung. Zunächst stellte Manfred Bauer den Schülern und Schülerinnen der Arbeitsgruppe (AG) Malerei den hiesigen Nationalpark vor. Während des Vortrags konnten die jungen Künstler erste Eindrücke über die besonderen Buchenwälder in ihrer Region gewinnen. Bis Mitte Februar setzten sie Ihre Ideen unter Leitung von Sabine Betschel kreativ in der AG um und stellten ihre Entwürfe (schwarz-weiß-Skizzen) im Nationalparkamt vor. Nachdem die Entscheidung über die Motive getroffen wurde, fertigten die Ranger Martin Schöneweiß und Erhard Bemmann Leinwände, die der AG Malerei zur Verfügung gestellt wurden. Auf diese Leinwände übertrugen die Schüler ihre Motive und kolorierten diese. Anfang Mai wurde mithilfe der Leinwände die Reihenfolge der Motive an der Mauer festgelegt. Am 18. Mai erfolgte abends die Projektion der Motive auf die Mauer, so dass die jungen KünstlerInnen die Konturen zeichnen konnten. Diese wurden vom 19. bis zum 21. Mai von ihnen kreativ gestaltet. Die Farben wurden von der Nationalparkverwaltung gesponsert, ebenso wie die Wildbratwürste zur leiblichen Stärkung. Betreut wurde die AG durch die Nationalpark-Mitarbeiter Volker Leifels, Erhard Bemmann sowie Martin Schöneweis. Tatkräftige Unterstützung erhielten die Schüler zudem durch Ann-Kathrin Punge und Markus Göhle, die beide ihr Jahrespraktikum beim Nationalparkamt absolvierten.


Hintergrund:

Die Arbeitsgruppe Malerei des Gustav-Stresemann-Gymnasiums Bad Wildungen wurde extra für das „Mauer-Projekt“ gegründet. Die SchülerInnen (9. Klasse und Oberstufe) trafen sich seit Projektbeginn regelmäßig einmal in der Woche, in der Abschlussphase des Projekts sogar an mehreren Wochenenden.

Mitglieder der AG unter der Leitung von Sabine Betschel:
  • Judith Albert, Olga Asegova, Samiha Direk, Lilli Grell, Alicia Jäger, Johanna Leifels
  • sowie Madeleine Harder und Kamil Skatula, die leider nicht am Pressetermin teilnehmen konnten

O-Töne der Künstlerinnen:
  • Uns hat das Projekt sehr viel Freude bereitet.
  • Es war etwas Neues und sehr spannend, einmal in diesen großen Formaten zu arbeiten.
  • Es gab nur die Vorgabe von nationalparktypischen Motiven. Aber welches Motiv wir wählten, das konnten wir frei entscheiden – das hat mir sehr gut gefallen. 
Nationalpark Kellerwald-Edersee
Der Kellerwald wird geprägt durch die bodensauren Buchenwälder des Mittelgebirges auf Schiefer und Grauwacke. An Felssteilhängen und Blockschutthalden erreicht die Buche hier ihre natürliche Waldgrenze und bildet bizarr gewachsene Baumgestalten. Urige Wälder auf Bergkuppen und in Schluchten, über 1.000 reinste Quellen und Bäche sowie ruhige Waldwiesentäler bilden wertvolle Lebensräume und sind die Schätze des 57 km² großen Nationalparks Kellerwald-Edersee. Seine Wälder zeichnen sich durch ihre Naturnähe und einen überdurchschnittlich hohen Altholzanteil mit Urwaldrelikten aus. 18 von 22 in Hessen vorkommenden Fledermausarten, sieben von zehn mitteleuropäischen Spechtarten, Urwaldzeiger wie der Pilz Ästiger Stachelbart, der Veilchenblaue Wurzelhalsschnellkäfer sowie die Pfingstnelke als Eiszeitrelikt belegen den Strukturreichtum der alten Wälder. Seit 2011 ist der Nationalpark Kellerwald-Edersee ein Teilgebiet des transnationalen UNESCO-Weltnaturerbes „Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands“. Die Weltnaturerbefläche im Nationalpark Kellerwald-Edersee ist 1.467 ha groß.



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