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15.12.2015

Stumme Zeitzeugen rund um die Quernst

- mit dem Ranger unterwegs im Nationalpark Kellerwald-Edersee

Bad Wildungen / Frankenau. Am Sonntag, den 27. Dezember, lädt Ranger Hermann Bieber zu einer dreistündigen Wanderung in den Nationalpark ein. Die Tour steht ganz im Zeichen historischer Spuren. Ranger Hermann Bieber wird spannende Geschichten über die Quernst erzählen. Startpunkt der kostenfreien Führung ist um 13:00 Uhr der Nationalparkeingang Euler bei Frankenau. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Teilnehmer denken bitte an wetterangepasste Kleidung, festes Schuhwerk sowie Erfrischungsgetränke.
Vom Nationalparkeingang Euler geht es über den geheimnisvollen Wildnispfad zum Dreiherrenstein. Auf der historischen Grenze zwischen Fürstentum Waldeck, Hessen-Darmstadt und Hessen-Kassel erreichen die Wanderer das Frankenauer Tor sowie die Wolfsgrube, an der sie Spannendes über die grauen Gesellen erfahren.              
Im Ruhlauber, einem 200jährigen Buchenbestand, bekommen die Teilnehmer einen Einblick in das UNESCO-Weltnaturerbe „Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands“, zu dem mit ausgewählten Bereichen auch der einzige hessische Nationalpark gehört. Was macht die Buchenwälder zu so etwas Besonderem, dass die ganze Welt auf sie schaut? Ranger Hermann Bieber wird es der Gruppe gerne verraten.                                Vom Ruhlauber führt die Tour weiter bis zur Quernst-Kapelle. Diese wurde im Jahr 2006 auf historischem Platz neu erbaut, und lädt Nationalparkbesucher zur Rast ein und bietet ihnen Gelegenheit zur Besinnung. Schon lange war die Quernst für die Menschen im Hochgewälde, dem Gebiet des heutigen Nationalparks, von Bedeutung. War das Plateau, bevor die Höhenkirche und die Begräbnisstätte entstanden, früher ein heidnischer Kultplatz? Wie kam es zum Verfall der großen, sogar zweitürmigen Quernstkirche?
Bei gutem Wetter werden die Wanderer hier mit einer herrlichen Aussicht belohnt. Im Norden lässt sich die Waldecker Tafel, auf der die Stadt Korbach erbaut wurde, entdecken. Die Berge des Kellerwaldes erstrecken sich im Osten, im Westen schauen die Teilnehmer bis zu den Höhenzügen des Rothaargebirges.

Entlang des Quernst-Pfades geht es über Stock und Stein zurück zum Ausgangspunkt. Die Teilnehmer sehen immer noch Spuren, die der Sturm Kyrill hinterließ. Hier gibt es zahlreiche geworfene Fichten und Buchen, die den Sturmböen damals nicht standhalten konnten. Auf diesen Windwurfflächen entsteht eine neue Struktur: stehendes oder liegendes Totholz und unterschiedliche Lichtverhältnisse schaffen ganz neue Lebensräume. Die Natur besitzt eine faszinierende Dynamik. Ein wilder Wald voller Schönheit entsteht.
Und auch die Wildkatze, eine der seltensten Säugetierarten Deutschlands und seit 1934 streng geschützt, fühlt sich hier wohl. Nach über 60 Jahren ist dieser kleine graue Jäger auf leisen Pfoten in den Kellerwald zurückgekehrt.

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