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06.08.2015

Führung in Niederländischer Sprache zur Quernst-Kapelle im Nationalpark Kellerwald-Edersee

Bad Wildungen/ Frankenau. Am Mittwoch, den 12. August, lädt Nationalpark-Führerin Rita Wilhelmi zu einer fremdsprachigen Entdeckungsreise über Stock und Wurzel in die werdende Wildnis des Nationalparks Kellerwald-Edersee ein. Dieses Angebot richtet sich vor allem an niederländische Feriengäste. Jeder Interessierte ist jedoch herzlich eingeladen, sich der dreistündigen Führung anzuschließen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Teilnahme kostenfrei. Treffpunkt ist um 14:00 Uhr der Nationalparkeingang Euler oberhalb der KellerwaldUhr bei Frankenau. Teilnehmer denken bitte an festes Schuhwerk sowie an ausreichend Erfrischungsgetränke.

Auf historischen Spuren -Grenzsteine im Nationalpark Kellerwald-Edersee. Bildautor: Nationalparkamt Kellerwald-Edersee Abbildungsbeschreibung: Grenzstein im WaldAuf historischen Spuren -Grenzsteine im Nationalpark Kellerwald-Edersee. Bildautor: Nationalparkamt Kellerwald-Edersee
Die Strecke verläuft meist auf Wildnis-Pfaden über Stock und Stein, zunächst entlang des Quernstpfades. Dort können die Teilnehmer den Spuren folgen, die vor acht Jahren der Sturm Kyrill hinterließ. Hier gibt es zahlreiche geworfene Fichten und Buchen, die den Sturmböen damals nicht standhalten konnten. Auf diesen Windwurfflächen entsteht eine neue Struktur: stehendes oder liegendes Totholz und unterschiedliche Lichtverhältnisse schaffen ganz neue Lebensräume. Die Natur besitzt eine faszinierende Dynamik. Ein wilder Wald voller Schönheit entsteht.


Und auch die Wildkatze, eine der seltensten Säugetierarten Deutschlands und seit 1934 streng geschützt, fühlt sich hier wohl. Nach über 60 Jahren ist dieser kleine graue Jäger auf leisen Pfoten in den Kellerwald zurückgekehrt.  Die Wildkatze ist eine scheue Waldbewohnerin, die große unzerschnittene Waldgebiete besiedelt. Dabei bevorzugt sie lichte Wälder und Waldlichtungen mit viel Grasbewuchs. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Lebensraumes sind Baumhöhlen, in denen die Jungen bevorzugt aufgezogen werden. Als Tagesversteck sucht diese heimliche Waldbewohnerin außer Felshöhlen,  verlassenen Fuchs- und Dachsbauten auch umgestürzte Wurzelteller auf, die sie auf Windwurfflächen in Hülle und Fülle findet.

Im Anschluss gelangen die Wanderer sowohl zur Ruine der Quernstkirche als auch zu der im Jahr 2006 neu erbauten Quernst-Kapelle. Bei gutem Wetter werden die Teilnehmer auf der Hochebene mit einer herrlichen Aussicht belohnt. Im Norden lässt sich die Waldecker Tafel, auf der die Stadt Korbach erbaut wurde, entdecken. Die Berge des Kellerwaldes erstrecken sich im Osten, im Westen schauen die Teilnehmer bis zu den Höhenzügen des Rothaargebirges.

Quernst-Kapelle im Nationalpark Kellerwald-Edersee Bildautor: Nationalparkamt Kellerwald-Edersee Abbildungsbeschreibung: KapelleQuernst-Kapelle im Nationalpark Kellerwald-Edersee Bildautor: Nationalparkamt Kellerwald-Edersee
Danach begleitet die zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin die Wandergruppe an den Rand des Ruhlaubers. Dort bekommen sie einen Einblick in das UNESCO-Weltnaturerbe „Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands“, zu dem mit ausgewählten Bereichen auch der einzige hessische Nationalpark gehört. Was ist das Besondere an diesen Buchenwäldern, das die ganze Welt auf sie schaut? Diese und zahlreiche weitere spannende Fragen können die Teilnehmer gemeinsam mit Nationalpark-Führerin Rita Wilhelmi lösen, die während der Tour zahlreiche Spiele und Überraschungen für Groß und Klein bereithält.

Entlang historischer Grenzen geht es über den Dreiherrenstein zurück zum Ausgangspunkt. Die Inschrift der Grenzsteine „GH“ steht für das Großherzogtum Hessen, „KH“ für Kurfürstentum Hessen und „FW“ für Fürstentum Waldeck.



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