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21.04.2015

Kunstraum Natur

Land-Art im Nationalpark Kellerwald-Edersee

Bad Wildungen/ Edertal-Bringhausen. Am Sonntag, den 26. April, laden Andrea Grimmell-Hesse und Gerhard Hesse zu einer dreistündigen Führung über den Warzenbeißer Kunstweg ein. Treffpunkt ist um 14:00 Uhr der Nationalparkwanderparkplatz Kirchweg. Eine Anmeldung ist bis zum Freitag, den 24. April, bis 12:00 Uhr unter 05621-75249-0 erforderlich. Die Teilnahme an der Führung ist kostenfrei. Interessierte denken bitte an wetterangepasste Kleidung, festes Schuhwerk sowie Erfrischungsgetränke.

Auch Kunst eröffnet Zugänge zur Natur. Natur und Kunst sind keine Gegensätze, sie sind gleichermaßen unverzichtbare Bestandteile des menschlichen Lebens. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Nationalparks Kellerwald-Edersee wurden zehn Land-Art-Objekte installiert und zum Warzenbeißer Kunstweg vereint. Der neue Kunstweg hat sich seit seinem einjährigen Bestehen bereits zu einer weiteren vielbesuchten Attraktion im Nationalpark entwickelt. Er verbindet in idealer Weise Kunst mit der werdenden Wildnis und regt Wanderer und Kunstinteressierte gleichermaßen an, sich mit den Themen Wildnis und dem eigenen Naturverständnis auseinanderzusetzen.

Kurator Gerhard Hesse wird gemeinsam mit seiner Ehefrau über den Kunstweg führen und den Teilnehmern zahlreiche spannende Details zu den einzelnen Objekten und zum Gesamtprojekt verraten.

Hintergrund:
Als einziger Nationalpark Hessens schützt der Nationalpark Kellerwald-Edersee einen der letzten großen und naturnahen Rotbuchenwälder Mitteleuropas. Ausgewählte Bereiche des Großschutzgebietes gehören zum transnationalen UNESCO-Weltnaturerbe „Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands“. Urige Naturwaldrelikte, reinste Quellen und naturnahe Bäche, Felsfluren und Blockhalden sind seine Schätze.
Unter dem Motto „Natur Natur sein lassen“ entsteht Wildnis von morgen. Prozessschutz ist somit das wichtigste Ziel des Nationalparks Kellerwald-Edersee. Eine weitere wesentliche Aufgabe ist die Bildungsarbeit. Wildnispädagogik spielt hierbei eine zentrale Rolle, die aber über das reine Naturverstehen- und Erleben weit hinausreicht.

Teilnehmende KünstlerInnen auf dem Warzenbeißer Kunstweg

  • Gerhard Hesse, Edertal-Wellen, ‚Der Anfang‘ ( Holz, Stahl und Leichtmetall, Farbe ), 9 m Länge, 5m Höhe, Thema: Sonne/ Schöpfung
  • Reta Reinl, Lichtenfels-Sachsenberg, ‚Windturm‘ ( Baumwolle, Holz, Stahl ), 6m Höhe, 3,60m im Quadrat, Thema: Wind
  • Kordula Klose, Calden-Fürstenwald, ‚Lichthaus‘, ( Stahl, Glas ), 1,60 m Höhe, Grundfläche 40 x 40 cm , Thema: Licht
  • Reinhard Mikel, Kukmirn/ Burgenland/ Austria, ‚Naturbusen‘ ( Erde, Gras, Fascelia ), Höhe 2,50m, Durchmesser 4m bzw. 7,50m, Thema: Speisung
  • Gerhard Hesse, Edertal-Wellen, ‚Die Gedanken sind frei‘ ( Stahl, Glas ), 6,60m Länge, 1,20m Breite, Thema:  Gedankenfreiheit
  • Klaus Ludwig Kerstinger, Wien/ Austria, Urbanes Leben‘  (Ölfarbe, Dipond) 7m Länge, 2,05 m Breite, Thema: Stadtszenen
  • Walter Leo Handler, Walbersdorf/ Burgenland/Austria, Gebärtunnel‘ (Buchenholzgeflecht, Hainbuchensetzlinge, Draht ) 12mx1,50mx2,50m,Thema: Wachsen
  • Gregor Pokorny, Königsdorf/ Burgenland/ Austria, ‚Verspannter Kopf‘ ( Aluminium, Draht, Stein ), 55cm x 35 cm, Thema: Isoliertes Denken
  • Franz Mathias Kronibus, Kassel, ‚Wandersteine‘ ( Stein, Holz ), Thema: Widerstreit Mensch und Natur
  • Yusuke Sasaki, Berlin/Tokyo, ‚Kommen und Gehen‘, ( Glasziegel ), Fläche: 3 Quadratmeter, Thema: Irdene Einblicke

Warum der Name ?

Der Warzenbeißer, eine Langfühlerschrecke, gehört aufgrund seiner Seltenheit zu den Kostbarkeiten des Nationalparks und kommt in der Nähe des Kunstwegs vor.

Metaphorisch:
Der Warzenbeißer mit seinen langen Fühlern hat seine Antennen für die Themen Kunst und Natur ausgefahren, ist ein tagaktives Tier, das sich dank seiner körperlichen Ausstattung mit seinen Springfüßen und Flügeln leicht von einem Objekt zum anderen bewegen kann und den Besucher über den Kunstweg führt.

Resümee:

Über die Elemente Erde, Wasser, Luft ( Wind ) und Licht wird dem Betrachter die Natur präsentiert, denn Kunst in und mit der Natur ermöglicht ein Erleben der Elemente und ihr Zusammenspiel. Der Naturraum wird vom Land-Art-Künstler neu angeordnet und in einen künstlerischen Zusammenhang gebracht, wobei die Landschaft zum Bestandteil der Kunst wird. Das Alltägliche und vermeintlich Bekannte kann neu entdeckt werden, auf einem Spaziergang oder einer Wanderung. Hier sind alle Sinne des Betrachters angesprochen, er ist mehr als ein die Kunst konsumierender Flaneur, er ist aktiv.

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