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29.07.2014

Auf Schatzsuche im Nationalpark Kellerwald-Edersee

– das UNESCO-Weltnaturerbe entdecken

Bad Wildungen/ Asel-Süd. Am Dienstag, 5. August, lädt Nationalparkführerin Rita Wilhelmi zu einer dreieinhalbstündigen Exkursion in die Schatzkammern des Nationalparks ein. Treffpunkt ist um 14:00 Uhr der Wendehammer an der Infotafel Urwaldsteig in Vöhl-Asel-Süd. Es ist keine Anmeldung erforderlich, die Teilnahme ist   kostenfrei. Wanderer denken bitte an festes Schuhwerk, wetterangepasste Kleidung sowie Erfrischungsgetränke. Die Tour ist nicht für Familien mit Kinderwagen geeignet. Kinder, die die Geheimnis-se im Reich der urigen Buchen entdecken möchten, sind jedoch gern gesehene Gäste.

Gefallener Baumriese am Ringelsberg. Bildautorin: Rita Wilhelmi Abbildungsbeschreibung: BaumrieseGefallener Baumriese am Ringelsberg. Bildautorin: Rita Wilhelmi
Buchenwälder erscheinen den Einwohnern Deutschlands und besonders den Bewohnern des waldreichen Hessens als etwas ganz Alltägliches. Dennoch wurden fünf Buchenwaldgebiete in Deutschland als UNESCO-Weltnaturerbe geadelt – auch Teilbereiche des Nationalparks Kellerwald-Edersee. Diese aus-gewählten Buchenwälder bilden gemeinsam mit sechs Gebieten in der Ukraine und vier in der Slowakei das transnationale UNESCO-Weltnaturerbe „Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands“. Was ist das Besondere an diesen Buchenwäldern, dass die ganze Welt auf sie schaut? Welche Rolle spielte die Rotbuche in der Geschichte Mitteleuropas? Was unterscheidet den Kellerwald von den Wäldern der anderen Welterbegebiete? Diese und zahlreiche weitere spannende Fragen können die Teilnehmer gemeinsam mit Nationalparkführerin Rita Wilhelmi lösen. Darüber hinaus weiß sie Spannendes über die heimlichen Bewohner des Kellerwaldes zu berichten. Wann kehrte der Jäger auf leisen Pfoten, die scheue Wildkatze, wieder zurück? Was ist ein Boggel? Und wie viele Tiere und Pflanzen beherbergt der Lebensraum Buchenwald?

Die Tour führt die Teilnehmer entlang von Urwaldrelikten am Ringelsberg auf den Urwaldsteig Edersee. Entlang der Quellgerinne des Hundsbachs geht es hinüber zum Hegeberg und über den Höhenrücken des Ringelsbergs zurück zum Treffpunkt.  Die Route verspricht den Wanderern abwechslungsreiche Waldbilder und wunderschöne Ausblicke auf den Edersee und dass Buchenmeer.


Weitere Informationen zum Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder Deutschlands“ unter www.nationalpark-kellerwald-edersee.de und
www.weltnaturerbe-buchenwaelder.de
Auf der Ringelsbergroute erspüren die Teilnehmer, was Urwald in Deutschland bedeutet. Gemeinsam mit Nationalparkführerin Rita Wilhelmi entdecken sie das UNESCO-Weltnaturerbe und die Geheimnisse des Sommer-Buchenwaldes.  Bildautorin: Rita Wilhelmi Abbildungsbeschreibung: Urige BaumgestaltenAuf der Ringelsbergroute erspüren die Teilnehmer, was Urwald in Deutschland bedeutet. Gemeinsam mit Nationalparkführerin Rita Wilhelmi entdecken sie das UNESCO-Weltnaturerbe und die Geheimnisse des Sommer-Buchenwaldes. Bildautorin: Rita Wilhelmi
Hintergrund: „Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands“
Das Welterbekomitee der UNESCO hat am 25. Juni 2011 auf seiner 35. Sitzung in Paris ent-schieden, die "Alten Buchenwälder Deutschlands" in die Liste des Welterbes einzuschreiben. Sie ergänzen hervorragend das seit 2007 bestehende UNESCO-Weltnaturerbe "Buchenurwäl-der der Karpaten", mit denen die deutschen Gebiete nun eine gemeinsame Stätte bilden.

Sommergrüne Laubwälder erstrecken sich fast ausschließlich auf die nördliche Halbkugel. Die Rotbuche, Fagus sylvatica, kommt jedoch ausschließlich in Europa vor. Es ist weltweit ein einzigartiger Vorgang, dass die Rotbuche als einzelne Baumart im Zuge eines sogar noch andauernden (!) ökologischen Prozesses die Wald- und Ökosystembildung weiter Teile eines ganzen Kontinents bestimmt. Diese Dominanz hat sich seit der letzten Eiszeit innerhalb von wenigen Jahrtausenden entwickelt – einer geologisch wie evolutionär gesehen extrem kurzen Zeitspanne. Gegenwärtig zeigt insbesondere Deutschland innerhalb Europas markant den ungebrochenen Prozess, der einen Kontinent prägt.

Weitere hervorragende europäische Buchenwaldgebiete sollen im Rahmen einer seriellen Erweiterung folgen. Damit soll das Abbild des andauernden ökologischen Prozesses und der außergewöhnlichen biologischen Vielfalt der europäischen Buchenwälder in den unterschiedlichen biogeografischen Regionen vervollständigt werden.
Zu den „Alten Buchenwälder Deutschlands“ zählen ausgewählte Bereiche der Nationalparks Jasmund und Müritz in Mecklenburg-Vorpommern, des Nationalparks Hainich in Thüringen, des Nationalparks Kellerwald-Edersee in Hessen und der Grumsin im brandenburgischen UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Sie bilden die unterschiedlichen Buchen-waldtypen Deutschlands ab – von den Mittelgebirgen bis zur Küste. Außerdem beherbergen sie zusammen mehr als zwei Drittel derjenigen Waldpflanzenarten, deren Weltverbreitung auf Europa konzentriert ist.

Der Kellerwald weist die besten und ausgedehntesten bodensaurern Buchenwälder des Mittelgebirges über Schiefer und Grauwacke auf. Seine Wälder zeichnen sich durch ihre Naturnähe und einen überdurchschnittlich hohen Altholzanteil mit Urwaldrelikten aus. 18 von 22 in Hessen vorkommenden Fledermausarten, sieben von zehn mitteleuropäischen Spechtarten, Urwaldzeiger wie der Pilz Ästiger Stachelbart sowie der Veilchen blaue Wurzelhalsschnellkäfer und die Pfingstnelke als Eiszeitrelikt belegen den Strukturreichtum dieser alten Wälder. Die Weltnaturerbefläche im Nationalpark Kellerwald-Edersee ist 1467 Hektar groß.



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