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21.07.2014

Freiwillige vor I.

„Vogelhaus in der WildnisSchule“ und „Geocaching im WildtierPark Edersee“

Bad Wildungen / Edertal-Hemfurth. Der Nationalpark Kellerwald-Edersee ist um zwei Attraktionen reicher: ein mobiles Vogelhäuschen in unmittelbarer Nähe der WildnisSchule im BuchenHaus zur Vogelbeobachtung und eine Geocaching-Tour im Stile einer modernen Schnitzeljagd durch den WildtierPark. Die beiden Freiwilligen aus der Region, Pascal Spreckelsen (19) aus Vöhl und Julian Rupp (20) aus Wolfhagen realisierten diese beiden Projekte während ihres Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ), das sie seit 2013 im BuchenHaus ableisten. Ihr Betreuer ist der dortige Leiter, Horst Knublauch.

Das von Pascal Spreckelsen gefertigte mobile Vogelhaus steht in der kalten Jahreszeit draußen in unmittelbarer Nähe der WildnisSchule im BuchenHaus. Dadurch können Kinder und Jugendliche die Vögel in unmittelbarer Nähe gut beobachten und erkennen. Die Geocaching-Tour, die von Julian Rupp als Bildungsmodul der WildnisSchule neu entwickelt wurde, ist für den WildtierPark als moderne Schnitzeljagd gedacht, die sich mehr derjenigen Tiere annimmt, die nicht so im Rampenlicht stehen, wie Uhu, Wildkatze oder Wisent. „Während ihres Freiwilligenjahres erhalten die FÖJler Einblicke in den ganz normalen Berufsalltag und arbeiten im Team mit“, erklärt Knublauch. „Aber jede und jeder einzelne Freiwillige realisiert darüber hinaus ein besonderes Projekt, das den eigenen Interessen entspricht und auch dem Betrieb einen Gewinn bringt.“ Besonders wichtig findet er die Betreuung der jungen Leute. „In allen Einrichtungen des Nationalparks legen wir großen Wert darauf, dass die Betreuerinnen und Betreuer mit den FÖJlerinnen und FÖJlern eng zusammen arbeiten und sie unter ihre Obhut nehmen.“
 
Alle Vögel sind schon da
Die Aufgabe für den Vöhler Abiturienten bestand darin, ein besonderes, kleines und tragbares Vogel-Futterhaus zu bauen, das auch an einem Hang stehen kann. „Dies kam mir sehr entgegen, denn im Verlaufe meines Aufenthalts im Nationalpark interessierte ich mich mehr und mehr für Vögel und lernte auch immer mehr über sie“, freut sich Pascal Spreckelsen. Mit Unterstützung des Rangers Sven Polchow und des zweiten FÖJ-Kollegen, Julian Rupp, baute er einen ungefähr 1,3 Meter hohen Futterpfahl. Die ausgehölte Lärche dient als Futterspeicher. In ihrem Stamm sind Löcher für drei überdachte Futterschalen aus Kiefernholz angebracht, aus denen die Vögel fressen können. „Auch habe ich extra weitere dünne Äste eingesteckt, so dass wir einerseits Meisenknödel anhängen können, andererseits die gefiederten Tiere sich aber auch verstecken und um den Stammt herum hüpfen können. Das macht das Beobachten so abwechslungsreich und interessant“, sagt Spreckelsen. Der ganze Stamm ist mit Hilfe von Dachpappe wasserdicht und wetterbeständig gemacht worden und sieht auf diese Weise aus, wie ein kleines, etwas längliches Hexenhaus. „Diese Form bildete sich allerdings erst während des Bauens heraus und war keine Absicht“, lächelt der Vogelbegeisterte.
 
Neues Geländespiel mit Geocaches im WildtierPark Edersee
Ab sofort können dank Julian Rupp Gruppen im WildtierPark eine Geo-caching-Tour mit GPS-Geräten machen. „Jeder Mensch, auch Erwachsene spielen gern. Dies habe ich mir für die Entwicklung dieses elektronischen Schnitzeljagd-Moduls zu Nutze gemacht“, erläutert Julian Rupp. „Für mich war besonders wichtig, dass auf diese Weise für die Besucher ein neuer Zugang möglich ist, Tiere zu erleben und nebenbei noch Informationen über sie aufzunehmen.“ Die Caches, englisch für: geheimes Lager, erhalten daher Aufgaben, Rätsel, Informationen, Geschichten, Koordinaten und vieles mehr, die sich mit den Tieren beschäftigen. „Die Kopfnüsse müssen auch erledigt werden, sonst kann der nächste Cache nicht gefunden werden“, verdeutlicht Rupp die Motivation des Spiels. Vor allem kann der am Schluss wartende Schatz nicht gehoben werden – und das wäre mehr als schade, da ist er sich sicher.
 
Fazit: jederzeit wieder
Obwohl beide aus der unmittelbaren Nähe des Nationalparks kommen, überraschte es sie zunächst, wie wenig sie bisher über ihn wussten. Dies hat sich mittlerweile geändert, weil sie eine Menge Zeit im Schutzgebiet verbracht haben. Dadurch wurden Pascal und Julian sehr sensibilisiert und sehen die Natur mit anderen Augen als vor ihrer Zeit im Nationalpark.
 
Auf jeden Fall war das FÖJ im Nationalpark Kellerwald-Edersee, das im August nach einem Jahr zu Ende geht, für beide eine wertvolle und bereichernde Zeit. „Wir haben in und außerhalb des BuchenHauses ein Jahr lang unter anderem mit den Rangern des Nationalparks zusammengearbeitet und vielfältige Aufgaben wahrgenommen. Das hat uns gut gefallen, “ – dies ist das Resümee der beiden jungen Leute. Pflegearbeiten am Gebäude und im Gelände fielen ebenso darunter, für die handwerkliche Fähigkeiten benötigt wurden. Als ihre wichtigste Aufgabe empfanden sie die Führungen, die sie zunächst nur begleiteten, später dann eigenständig durchführten. „Der Kontakt mit den Besuchenden macht unglaublich viel Spaß und man lernt sehr viel dabei“, sagen beide über-einstimmend. „Wir haben viele Tätigkeiten kennen gelernt, die wir vorher noch nicht ausprobiert hatten“, sagt Pascal Spreckelsen. Für Julian Rupp ist nach dem Jahr klar: „Ich werde Forstwirtschaft studieren.“ Er empfiehlt das FÖJ uneingeschränkt, besonders im Nationalpark, denn: „Es ist eine super Zeit zum sich Ausprobieren in und mit der Natur und man wird sich der weltweiten Bedeutung des Nationalparks bewusst!“
 
Hintergrund
Das FÖJ findet zwischen dem 1. September eines Jahres und 31. August des Folgejahres statt und wird auch dieses Jahr wieder mit vier Stellen im Nationalpark angeboten. Es ist eine gute Gelegenheit für junge Menschen, die gerade aus der Schule oder einer Ausbildung kommen, sich für ihre weitere Berufslaufbahn zu orientieren. In einem Jahr arbeiten sie in praktisch ausgerichteten Arbeitsfeldern und erhalten ebenfalls theoretische Einblicke in einer naturbezogenen Einrichtung.
Weitere Informationen zum FÖJ im Nationalpark: unter www.nationalpark-kellerwald-edersee.de und www.foej-nzh.de
Allgemein zum FÖJ : bei der Agentur für Arbeit www.arbeitsagentur.de, den Bundesfreiwilligendienst www.bundesfreiwilligendienst.de und das Freiwillige Soziale Jahr www.fsj-hessen.de.


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