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16.07.2014

EIN(e)wanderung

Bad Wildungen/ Vöhl-Schmittlotheim. Nationalparkführerin Ursula Schlaudraff lädt am Mittwoch, 16. Juli, zu einer besonderen Wanderung ein: Mit den Teilnehmenden wird sie während der dreistündigen Wanderung im Nationalpark Kellerwald-Edersee in die Wildnis EINtauchen. Treffpunkt ist um 14:00 Uhr der Wanderparkplatz Elsebach in Vöhl-Schmittlotheim. Die Tour ist nicht barrierefrei. Es ist keine Anmeldung erforderlich, die Teilnahme kostenfrei. Mitzubringen sind Wetter angepasste Kleidung, festes Schuhwerk und Erfrischungsgetränke.

EINdrücke sammeln im Buchenwald des Nationalparks Kellerwald-Edersee. Bildautor: Nationalpark Kellerwald-Edersee Abbildungsbeschreibung: BuchenwaldEINdrücke sammeln im Buchenwald des Nationalparks Kellerwald-Edersee. Bildautor: Nationalpark Kellerwald-Edersee
Eine Wanderung ist lustig, eine Wanderung ist schön, so heißt es in einem alten Volkslied. Wandern ist wieder im Trend, zumal es Spaß macht, gerade in der Gruppe die Natur zu erkunden und dabei auch noch etwas für die Gesundheit zu tun.

Vertiefung der Sinne – EINspüren
Auf der Elsebach-Route im Reich der urigen Buchen können tiefe Eindrücke gewonnen werden: Die einzigartige Vegetation im hessischen Nationalpark Kellerwald-Edersee lädt dazu ein, in den sommerlichen Buchenwald einzutauchen. Ursula Schlaudraff informiert über die Besonderheiten des Nationalparks und verdeutlicht die Unterschiede zum Wirtschaftswald. Auch wird sie den Urwald von morgen vor dem geistigen Auge entstehen lassen. Darüber hinaus informiert sie, dass Teile des Nationalparks Kellerwald-Edersee als UNESCO-Welterbestätte anerkannt sind. „Wichtig ist, dass jeder Mensch auch und gerade in der Natur offen und sensibel bleibt, seinen Empfindungen nachzuspüren“, sagt die Nationalparkführerin Ursula Schlaudraff. „Kann ich mich auf die Natur EINlassen? – dies ist ein zentraler Punkt meiner Führung. Ich denke, dass wir während unserer Wanderung dazu viele Gelegenheiten haben, unseren Sinnen Raum zu geben.“

Hintergrund: „Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwäl-der Deutschlands“
Das Welterbekomitee der UNESCO hat am 25. Juni 2011 auf seiner 35. Sitzung in Paris entschieden, die "Alten Buchenwälder Deutschlands" in die Liste des Welterbes einzuschreiben. Sie ergänzen hervorragend das seit 2007 bestehende UNESCO-Weltnaturerbe "Buchenurwälder der Karpaten", mit denen die deutschen Gebiete nun eine gemeinsame Stätte bilden.
Sommergrüne Laubwälder erstrecken sich fast ausschließlich auf die nördliche Halbkugel. Die Rotbuche, Fagus sylvatica, kommt jedoch ausschließlich in Europa vor. Es ist weltweit ein einzigartiger Vorgang, dass die Rotbuche als einzelne Baumart im Zuge eines sogar noch andauernden (!) ökologischen Prozesses die Wald- und Ökosystembildung weiter Teile eines ganzen Kontinents bestimmt. Diese Dominanz hat sich seit der letzten Eiszeit innerhalb von wenigen Jahrtausenden entwickelt – einer geologisch wie evolutionär gesehen extrem kurzen Zeitspanne. Gegenwärtig zeigt insbesondere Deutschland innerhalb Europas markant den ungebrochenen Prozess, der einen Kontinent prägt.

Weitere hervorragende europäische Buchenwaldgebiete sollen im Rahmen einer seriellen Erweiterung folgen. Damit soll das Abbild des andauernden ökologischen Prozesses und der außergewöhnlichen biologischen Vielfalt der europäischen Buchenwälder in den unterschiedlichen biogeografischen Regionen vervollständigt werden.
Zu den „Alten Buchenwälder Deutschlands“ zählen ausgewählte Bereiche der Nationalparks Jasmund und Müritz in Mecklenburg-Vorpommern, des Nationalparks Hainich in Thüringen, des Nationalparks Kellerwald-Edersee in Hessen und der Grumsin im brandenburgischen UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Sie bilden die unterschiedlichen Buchenwaldtypen Deutschlands ab – von den Mittelgebirgen bis zur Küste. Außerdem beherbergen sie zusammen mehr als zwei Drittel derjenigen Waldpflanzenarten, deren Weltverbreitung auf Europa konzentriert ist.
Der Kellerwald weist die besten und ausgedehntesten bodensaurern Buchen-wälder des Mittelgebirges über Schiefer und Grauwacke auf. Seine Wälder zeichnen sich durch ihre Naturnähe und einen überdurchschnittlich hohen Altholzanteil mit Urwaldrelikten aus. 18 von 22 in Hessen vorkommenden Fledermausarten, sieben von zehn mitteleuropäischen Spechtarten, Urwaldzeiger wie der Pilz Ästiger Stachelbart sowie der Veilchen blaue Wurzelhalsschnellkäfer und die Pfingstnelke als Eiszeitrelikt belegen den Strukturreichtum dieser alten Wälder. Die Weltnaturerbefläche im Nationalpark Kellerwald-Edersee ist 1.467 Hektar groß.



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