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27.06.2014

Kraft der Heilpflanzen

Bad Wildungen/ Schmittlotheim. Am Donnerstag, 03. Juli, lädt die ehrenamtliche Nationalparkführerin Iris Kamm für den Veranstalter Nationalpark Kellerwald-Edersee alle Pflanzenfreude ein, sie auf einer dreieinhalbstündigen Wanderung in den Nationalpark zu begleiten. Bei dieser Wanderung werden heimische Wild- und Heilkräuter gezeigt und ihre Wirkung beschrieben.
Der informative Spaziergang erfordert eine eher gute Kondition, weil er über die Elsebach-Route mit Berg- und Talabschnitten führt. Treffpunkt ist um 15:00 Uhr am Wanderparkplatz Elsebach, Vöhl-Schmittlotheim. Teilnehmer denken bitte an geeignetes Schuhwerk und Wetter angepasste Kleidung, ggf. Sonnenschutz. Es ist keine Anmeldung erforderlich, die Teilnahme kostenfrei.

Der Rote Fingerhut ist als Mittel gegen Herzinsuffizienz schon lange in der Volksmedizin bekannt und sollte in der magischen Medizin auch gegen den „bösen Blick“ helfen. Foto: Nationalpark Kellerwald-Edersee.  Autor: Nationalparkamt Kellerwald-Edersee. Weitere Informationen zum Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder Deutschlands“ unter www.nationalpark-kellerwald-edersee.de und  www.weltnaturerbe-buchenwaelder.de Abbildungsbeschreibung: Rote FingerhutDer Rote Fingerhut ist als Mittel gegen Herzinsuffizienz schon lange in der Volksmedizin bekannt und sollte in der magischen Medizin auch gegen den „bösen Blick“ helfen. Foto: Nationalpark Kellerwald-Edersee. Autor: Nationalparkamt Kellerwald-Edersee. Weitere Informationen zum Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder Deutschlands“ unter www.nationalpark-kellerwald-edersee.de und www.weltnaturerbe-buchenwaelder.de
Der Kräuterspaziergang hat den heimischen Pflanzenreichtum mit seinen Heilwirkungen zum Inhalt. Manch´ spannende und sicherlich unbekannte Information über die ein oder andere Pflanze hält die Pflanzenkundlerin Kamm für die Interessierten bereit.
Auch wird sie über unbekannte, heilende Wirkungen bei dem bei Gartenfreunden eher unbeliebten Giersch berichten. Das Echte Mädesüß, auch Stopparsch oder Waldbart genannt, ist eine weitere Unbekannte, der man sich gemeinsam annähert.

Unbekanntes im Vertrauten entdecken
Jeder kennt sicherlich das Gefühl, das sich einstellt, wenn man mit einer Brennnessel in Berührung gekommen ist. Die Haut brennt bzw. es bilden sich sogar unangenehme Quaddeln, die stundenlang an den Kontakt erinnern. Weiß aber jeder um den hohen Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und Flavonoiden?

Bekannter ist dagegen sicherlich das Johanniskraut oder auch Herrgottsblut. Sei-ne Wirkungen werden in der Volksmedizin zwar als stimmungsaufhellend seit Jahrtausenden beschrieben, sind aber in jüngster Zeit durch Studien relativiert worden. Wichtig sind auch die Wechselwirkungen mit anderen Substanzen, z. B. den Antibiotika oder hormonellen Verhütungsmitteln, deren Wirkungen beeinflusst werden. Vorsicht ist ebenfalls in der Schwangerschaft geboten.

Der abwechslungsreiche Streifzug mit Iris Kamm durch die heimische Heilflora führt vom dunklen Tal mit Gebüsch ähnlichem Brennnesselbewuchs über offene Blumenwiesen, z. B. auch mit dem giftigen Fingerhut, in die Waldlandschaft des Nationalparks Kellerwald-Edersee und zum Abschluss zu freistehenden Obst- und Kastanienbäumen. „Jeder Ort hat seinen unverwechselbaren Charakter, jede Pflanze seine besondere Wirkungen, freut sich die kräuterkundige Kamm.

„Brennessel, verkanntes Kräutlein, Dich muß ich preisen …“, so dichtete schon August Heinrich Hoffmann von Fallersleben über die Pflanze mit den mit Ameisensäure gefüllten Blatthärchen. Foto: Marko König/piclease  Weitere Informationen zum Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder Deutschlands“ unter www.nationalpark-kellerwald-edersee.de und  www.weltnaturerbe-buchenwaelder.de  Autor: Nationalparkamt Kellerwald-Edersee Abbildungsbeschreibung: Brennesseln„Brennessel, verkanntes Kräutlein, Dich muß ich preisen …“, so dichtete schon August Heinrich Hoffmann von Fallersleben über die Pflanze mit den mit Ameisensäure gefüllten Blatthärchen. Foto: Marko König/piclease Weitere Informationen zum Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder Deutschlands“ unter www.nationalpark-kellerwald-edersee.de und www.weltnaturerbe-buchenwaelder.de Autor: Nationalparkamt Kellerwald-Edersee
Hintergrund:
„Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands“
Das Welterbekomitee der UNESCO hat am 25. Juni 2011 auf seiner 35. Sitzung in Paris entschieden, die "Alten Buchenwälder Deutschlands" in die Liste des Welterbes einzuschreiben. Sie ergänzen hervorragend das seit 2007 bestehende UNESCO-Weltnaturerbe "Buchenurwälder der Karpaten", mit denen die deutschen Gebiete nun eine gemeinsame Stätte bilden.
Sommergrüne Laubwälder erstrecken sich fast ausschließlich auf die nördliche Halbkugel. Die Rotbuche, Fagus sylvatica, kommt jedoch ausschließlich in Europa vor. Es ist weltweit ein einzigartiger Vorgang, dass die Rotbuche als einzelne Baumart im Zuge eines sogar noch andauernden (!) ökologischen Prozesses die Wald- und Ökosystembildung weiter Teile eines ganzen Kontinents bestimmt. Diese Dominanz hat sich seit der letzten Eiszeit innerhalb von wenigen Jahrtausenden entwickelt – einer geologisch wie evolutionär gesehen extrem kurzen Zeitspanne. Gegenwärtig zeigt insbesondere Deutschland innerhalb Europas markant den ungebrochenen Prozess, der einen Kontinent prägt.

Weitere hervorragende europäische Buchenwaldgebiete sollen im Rahmen einer seriellen Erweiterung folgen. Damit soll das Abbild des andauernden ökologischen Prozesses und der außergewöhnlichen biologischen Vielfalt der europäischen Buchenwälder in den unterschiedlichen biogeografischen Regionen vervollständigt werden.
Zu den „Alten Buchenwälder Deutschlands“ zählen ausgewählte Bereiche der Nationalparks Jasmund und Müritz in Mecklenburg-Vorpommern, des Nationalparks Hainich in Thüringen, des Nationalparks Kellerwald-Edersee in Hessen und der Grumsin im brandenburgischen UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Sie bilden die unterschiedlichen Buchenwaldtypen Deutschlands ab – von den Mittelgebirgen bis zur Küste. Außerdem beherbergen sie zusammen mehr als zwei Drittel derjenigen Waldpflanzenarten, deren Weltverbreitung auf Europa konzentriert ist.

Der Kellerwald weist die besten und ausgedehntesten bodensaurern Buchenwälder des Mittelgebirges über Schiefer und Grauwacke auf. Seine Wälder zeichnen sich durch ihre Naturnähe und einen überdurchschnittlich hohen Altholzanteil mit Urwaldrelikten aus. 18 von 22 in Hessen vorkommenden Fledermausarten, sieben von zehn mitteleuropäischen Spechtarten, Urwaldzeiger wie der Pilz Ästiger Stachelbart sowie der Veilchen blaue Wurzelhalsschnellkäfer und die Pfingstnelke als Eiszeitrelikt belegen den Strukturreichtum dieser alten Wälder. Die Weltnaturerbefläche im Nationalpark Kellerwald-Edersee ist 1467 Hektar groß.



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