| | |


Service
Boggel


Zum Inhalt

04.02.2013

Eröffnung der Sonderausstellung zum Thema Burgwald NationalparkZentrum Kellerwald

Bad Wildungen/Vöhl- Herzhausen. Nach einer kurzen Pause im Januar öffnete am 1. Februar das NationalparkZentrum Kellerwald wieder seine Türen für Besucher. In der regulären Schließzeit zum Jahresanfang wurde die Ausstellung gewartet und für die neue Saison vorbereitet. Zeitgleich zum Neustart fand die Eröffnung der Sonderausstellung zum Thema Burgwald von Lothar Feisel statt, die noch bis zum 31.03.2013. im SeminarRaum des Zentrums zu sehen sein wird.

Mit dieser Ausstellung beginnt die Reihe der Sonderausstellungen im Jahr 2013 direkt mit einem „nachhaltigen“ Thema. Im „Jubiläumsjahr der Nachhaltigkeit“ wird die Nachhaltigkeit das Leitmotiv für die Sonderveranstaltungen des NationalparkZentrums Kellerwald sein.
Mit seinen qualitativ hochwertigen und ästhetischen Fotos, die durch kurze erklärende Texte ergänzt werden, zeigt Lothar Feisel Schönheiten und Besonderheiten aus der außergewöhnlich vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt des Burgwalds. „Ich möchte den Betrachter anregen, genauer hinzuschauen, auch die kleinen „Wunder der Natur“ zu entdecken, und bewusst machen, dass auch die Natur vor der Haustür es wert ist, geschätzt und geschützt zu werden“, so Feisel.

Nationalparkleiter Manfred Bauer freut sich über die gelungene Ausstellung, die den Besonderheiten des Burgwaldes gewidmet ist, immerhin zählt dieser mit einer Fläche von 20.000 ha zu den größten zusammenhängenden Waldgebieten Hessens: „Die besondere Schutzwürdigkeit des Burgwalds spiegelt sich in seinen zahlreichen geschützten Flächen wieder. Zehn Naturschutzgebiete mit insgesamt fast 400 ha beinhalten die wertvollsten Moorflächen und naturnahen, sumpfigen Täler. In zwei Naturwaldreservaten mit zusammen 140 ha erfolgen keine forstlichen Eingriffe mehr, sie dienen der Erhaltung naturnaher Waldformen und ihrer wissenschaftlichen Erforschung. Weitere FFH-Gebiete umfassen zusammen mehr als 950 ha.“
Alle genannten Flächen liegen innerhalb des Natura 2000-Vogelschutzgebietes Burgwald, welches mit einer Ausdehnung von ca. 15.000 ha die große Bedeutung des Burgwalds für das gesamteuropäische Naturerbe unterstreicht.
Dieses Erbe zu bewahren und weiter zu entwickeln, bemühen sich seit Mitte der 70er Jahre die Mitglieder der Aktionsgemeinschaft „Rettet den Burgwald“ e.V..          Auf Grund ihrer Initiative entstanden und entstehen in Zusammenarbeit mit Naturschutz- und Forstbehörden im Burgwald durch Renaturierungsmaßnahmen neue, wertvolle Moorflächen. Auf vereinseigenen und gepachteten Grundstücken entwickeln sie mit Streuobstwiesen und Feuchtbiotopen neue Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten.
Mit einer vielfältigen Öffentlichkeitsarbeit in Form von geführten Wanderungen, Exkursionen und Ausstellungen bringen die Vereinsmitglieder interessierten Mitmenschen die besonderen und schützenswerten „Burgwald-Bewohner“ aus Flora und Fauna nahe.

Nationalparkleiter Manfred Bauer greift die Besonderheiten des Burgwalds auf und schlägt einen Bogen zur Nachhaltigkeit. Die Wurzeln des Wortes „Nachhaltigkeit“ liegen im Wald. Zum ersten Mal wird der Begriff 1713 in einer Publikation von Hans Carl von Carlowitz, dem damals obersten Beamten des sächsischen Oberbergamtes erwähnt, in der er von der „nachhaltenden Nutzung“ der Wälder schrieb. Es gibt eine Vielzahl von Definitionen der Nachhaltigkeit. Zunächst bezeichnete der Begriff die Wirtschaftsweise im Wald, bei der immer nur so viel Holz entnommen wird wie nachwächst. Im Jahr 2013, 300 Jahre danach, ist daher eine besondere Betrachtung der Nachhaltigkeits-Situation angebracht.
Das NationalparkZentrum Kellerwald greift das Thema in vielfältiger Weise auf. Die Vortragsabende am jeweils ersten Mittwoch eines Monats präsentieren Aspekte von Nachhaltigkeit, außerdem lassen sich mindestens drei weitere Sonderausstellungen im Jahr 2013 diesem Thema zuordnen.
 „Auch der Betrieb des NationalparkZentrums selbst wird unter Nachhaltigkeitsaspekten neu ausgerichtet. Es wird organisatorisch in das Nationalparkamt integriert. Vereinfachte Strukturen, direktere Kommunikationswege und eine dauerhaft sichergestellte Finanzierung ermöglichen so eine nachhaltig gute Betreuung der jährlich rund 50.000 Besucher und Kunden“, führt Bauer aus.

Sumpf-Blutauge <br/> Die Sonderausstellung zum Thema Burgwald von Lothar Feisel wird noch bis zum 31.03.2013 im SeminarRaum des NationalparkZentrums zu sehen sein.<br />  Bildautor: Lothar Feisel Abbildungsbeschreibung: Nahaufnahme einer Blume mit einer magentafarbenen Blüte, vor einem grünen Hintergrunf. Auf der Blüte sitzt eine Biene.Im Mittelgrund des Bildes sieht man zwei weitere noch verschlossene Blüten, die sehr unscharf abgebildet sind. Sumpf-Blutauge
Die Sonderausstellung zum Thema Burgwald von Lothar Feisel wird noch bis zum 31.03.2013 im SeminarRaum des NationalparkZentrums zu sehen sein.
Bildautor: Lothar Feisel

Hintergrund zu Lothar Feisel:

Der 46-jährige Erzieher Lothar Feisel lebt seit 11 Jahren mit seiner Familie am Rande des Burgwalds im idyllisch gelegenen Dorf Mellnau. Der direkt vor seiner Haustür liegende Burgwald mit seiner außergewöhnlichen Tier- und Pflanzenwelt faszinierte ihn schnell und er suchte nach Möglichkeiten, seinem Interesse und seiner Begeisterung für die Natur ein konkreteres Engagement folgen zu lassen. So meldete er sich als Transekt-Zähler für das deutschland-weite Tagfalter-Monitoring und schloss sich der in Wetter beheimateten Aktionsgemeinschaft „Rettet den Burgwald“ e.V. an. Die Mitglieder dieses Naturschutzvereins bemühen sich seit fast vier Jahrzehnten auf ehrenamtlicher Basis um den Erhalt und die Weiterentwicklung der Naturschätze des Burgwaldes. Hier fand er die Gelegenheit, an der Pflege von Biotopen sowie der Planung und Durchführung von Renaturierungsmaßnahmen innerhalb des Burgwaldes aktiv mitzuarbeiten. Darüber hinaus beeindruckte ihn die Öffentlichkeitsarbeit der Aktionsgemeinschaft, bei der mit Wanderungen, Exkursionen und Ausstellungen die Naturschönheiten des Burgwaldes interessierten Mitmenschen näher gebracht werden.

Inzwischen ist er selbst im Vorstand der Aktionsgemeinschaft „Rettet den Burgwald“ e.V. tätig und mehrmals im Jahr an der Leitung von geführten Wanderungen beteiligt.

Als Hobby-Fotograf begann er für den Aufbau der vereinseigenen Website die Flora und Fauna des Burgwalds fotografisch zu dokumentieren. Stand Anfangs noch vorwiegend der dokumentarische Zweck im Vordergrund, versuchte er nach und nach seine Motive gezielter in Szene zu setzen, so dass seine Naturfotos auch ästhetischen Anforderungen genügen konnten. So begann er sich intensiver mit der Naturfotografie auseinander zu setzen, sich auf den Weg zu machen, vom einfachen „Knipsen“ hin zum Fotografieren. Inzwischen ist er nach eigenem Bekunden vom „Virus“ der Naturfotografie befallen und versucht, seine Kenntnisse und Fähigkeiten weiter zu entwickeln.

Sein besonderes Interesse galt von Anfang an der Insektenwelt und den kleinen, oftmals leicht zu übersehenen Details in der Natur. Die meisten Fotos in seiner Ausstellung entstanden demzufolge auch mit  Makroobjektiven, welche in der Lage sind, auch kleine Objekte Format füllend aufzunehmen.

Weitere Infos zum Burgwald: www.ag-burgwald.de



Hintergrund Burgwald:

Vom Fichtenwald, dem trocken-warmen Kiefernwald über lockere Mischwälder und stolze Buchen-Altbestände bis zu nassen Erlen-Bruchwäldern beinhaltet der Burgwald zahlreiche verschiedene Waldformen.

Junge und alte Baumbestände existieren eng nebeneinander. Ungestörte Waldkomplexe bewohnende Tiere wie Wildkatze, Schwarzstorch, Waldschnepfe, Schwarzspecht oder Raufußkauz finden hier noch geeignete Lebensräume.

Weitere besondere Biotope stellen trockene Heideflächen, sandige Böschungen, plätschernde Quellen, kleine und größere Bäche, Teiche und Tümpel und blumenreiche Waldwiesen dar. Als echte Naturschätze gelten die Moore und die sumpfigen Talgründe.
All das zusammen bildet ein einzigartiges Mosaik von unterschiedlichen Lebensräumen und Biotopen auf relativ engem Raum. Dementsprechend finden sich hier eine Vielzahl von daran angepassten und teilweise äußerst seltenen „Bewohnern“ aus Flora und Fauna.

Zurück zur Übersicht
powered by webEdition CMS