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Natur verstehen
Boggel


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Blockhalden

Blockhalden – bewegende Waldgrenze

Inmitten der ausgedehnten Buchenwälder des Nationalparks Kellerwald-Edersee fallen unter bizarren Felsmassiven weite Blockfelder in die tiefen Täler. Seit der Eiszeit sprengt der Frost die Blöcke aus dem Fels und nährt die Halde. Langsam rutscht sie den Hang hinab – ist in ständiger Bewegung. Immer wieder von Neuem beginnen Flechten und Moose mit der Besiedlung des unwirtlichen Ortes. Für Bäume und Sträucher sind die Zeiten des Stillstands meist zu kurz. Der kleinen, ungiftigen Schlingnatter bietet die steinige Halde dagegen alles was sie benötigt: Verstecke, sonnige Aufwärmplätze und Nahrung.


Dort wo die Steine zur Ruhe gekommen sind, wachsen an schattigen, kühl-feuchten Hängen Wälder mit Linde, Ulme und Ahorn. Zwischen Felsblöcken und Baumleichen entfalten sie ihr üppiges, urwaldartig anmutendes Pflanzenleben.


An sonnigen Steilhängen setzen Hitze und Trockenheit der Besiedlung der ungeschützten Felsen und Blockmeere Grenzen. Nur besonders angepasste Tier- und Pflanzenarten können hier leben und bilden eigentümliche Lebensgemeinschaften. Pflanzenarten aus südlichen Gefilden wie Schwalbenwurz, Elsbeere, Mehlbeere und Graslilie haben hier eine Chance.