Fundament natürlicher Vielfalt
Der Kellerwald ist
geologisch betrachtet Teil des Rheinischen Schiefergebirges. Die Eder und
zahlreiche Bäche haben sich tief in Tonschiefer und Grauwacke eingeschnitten.
Eine eindrucksvolle Landschaft mit einem Auf und Ab von Bergen, Tälern und
Schluchten ist entstanden. Die Böden sind
überwiegend flachgründig und nährstoffarm. Steile Hänge und Kuppen sind von
Steinen und Blöcken übersät. Nur in Hangdellen und Mulden sammelt sich Erde zu
reicheren Böden. In den Talgründen trifft man deshalb auf ein Mosaik frischer,
feuchter und nasser Standorte. Landschaft und Böden
sind das Fundament für die natürliche Vielfalt an Waldtypen, Lebensräumen und
Arten.
Vom Jagdrevier zum Naturerbe
Im Nationalpark,
früher Wild- und später Waldschutzgebiet, standen jahrhundertelang Wild und
Jagd im Vordergrund der Interessen. Erst für die herrschaftlichen Jagden des
Fürstentums Waldeck und später für Staatsjagden wurde der Wildbestand gehegt.
Andere Nutzungen waren eingeschränkt oder konnten an steilen Hängen nicht
durchgeführt werden. Davon hat der Wald profitiert: Jede dritte Buche ist älter
als 150 Jahre, ganze Wälder mehr als 200 Jahre alt. Urige Waldbilder sind das
sichtbare Resultat.