Nationalpark Kellerwald-Edersee

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Weltnaturerbe Buchenwälder in Berlin

Ausstellung „Weltnaturerbe Buchenwälder“ auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin

13.01.2010 - 09:08 Uhr
Ausstellung 'Weltnaturerbe Buchenwälder'Bad Wildungen. Die Ausstellung „Weltnaturerbe Buchenwälder“- gleichsam Event und Informationsstätte- wird vom 15. bis zum 25. Januar auf der internationalen Grünen Woche in Berlin zu sehen sein. Die Ausstellung ist einem alten Buchenwald nachempfunden. Besucher bewegen sich zwischen mächtigen „Buchenstämmen“ und können in einer außergewöhnlichen Kulisse und auf vielfältige Art und Weise den besonderen und schützenswerten Lebensraum von alten Buchenwäldern entdecken. Der Nationalpark Kellerwald-Edersee möchte mit der einzigartigen Ausstellung den Besuchern der Grünen Woche die Besonderheiten und Schönheiten der heimischen Buchenwälder näher bringen. „Mit dieser Ausstellung möchten wir nicht nur über die Europäischen Rotbuchenwälder, deren Geschichte und ökologische und biologische Vielfalt berichten, sondern einen „Wow-Effekt“ erzeugen“, so Nationalparkleiter Manfred Bauer.

Die Ausstellung wurde vom Nationalparkamt Kellerwald-Edersee konzipiert und in der Region entwickelt und gebaut. Sie ist Teil der Öffentlichkeitskampagne „Weltnaturerbe Buchenwälder“. Gemeinsam mit dem Kellerwald stehen Teilgebiete der Nationalparke Jasmund und Müritz (Mecklenburg-Vorpommern), Hainich (Thüringen) und das Waldgebiet Grumsin im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin  auf der Vorschlagsliste der UNESCO und bewerben sich um die Anerkennung zum Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder Deutschlands“. Mitarbeiter der fünf Großschutzgebiete betreuen während der gesamten Dauer der Grünen Woche gemeinsam die Ausstellung und stehen den Besuchern gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Die Ausstellung ist mehrsprachig (Deutsch, Englisch, Spanisch, Russisch) und soll gleichsam Event und Informationsstätte sein. Sie wurde erstmals auf der Internationalen Naturschutzkonferenz im Mai 2008 im Bundesministerium für Umwelt in Bonn gezeigt, und fand bei den Delegierten aus über 180 Vertragsstaaten große Resonanz. Im Sommer 2008 wurde sie im Foyer des Hessischen Landtages in Wiesbaden den Abgeordneten und Besuchern präsentiert. Im Frühjahr 2009 kam sie mit der Bad Wildunger Wandelhalle zurück in die Region, in der sie konzipiert und gebaut wurde. Ab April wanderte sie weiter zur Bundesgartenschau nach Schwerin und anschließend nach Neustrelitz. Anfragen aus dem Ausland liegen auch bereits vor.

Kurzbeschreibung der Ausstellung „Weltnaturerbe Buchenwälder“

Die rund 80 m2 umfassende Ausstellungsfläche ist einem Ausschnitt aus einem strukturreichen Buchenwald nachempfunden – ein „Buchenraum“. Der Besucher bewegt sich zwischen „Buchenstämmen“ mit „eingeritzten“ Zitaten. Über ihren Köpfen wechselt das Kronendach mit den Jahreszeiten sein Aussehen. Integriert sind interaktive Exponate: Gemütlich im „Laubhaufen“ sitzend genießt der Besucher im „Buchenkino“ die Schönheiten des Buchenwaldes. Die Stimmen des Waldes geben der Kulisse eine authentische Atmosphäre. An der „Buchenbar“ kann er sich mit einem Blick in eine Baumhöhle ein Bild über die außergewöhnliche biologische Vielfalt des europäischen Buchenwaldes machen. Historische Überlieferungen in vier Sprachen werden mit Phänomenen verknüpft. Das „Buchenbuch“ lädt ein zum Stöbern. Hier gibt es detaillierte Informationen über die europäische Waldgeschichte, die Verbreitung der Buchenwälder, über die einzelnen Gebiete uvm. Mit einem kräftigen Druck auf die Buchenstäbe kann der Besucher das „Buchenxylophon zum Klingen bringen. Botschaften über den Buchenwald werden echoartig und mehrsprachig verbreitet. Über die „Buchenpost“ kann der internationale Besucher seinen Freunden und Verwandten eine Mail senden. Ein mehrsprachiges Mailformular informiert mit Bild und Text über das Weltnaturerbe Buchenwald und bittet um Bilder und Berichte aus Wäldern der fernen Länder.


Hintergrund

COP 9

Vom 19. bis 30. Mai fand die 9. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt in Bonn statt.
Auf dieser UN-Naturschutzkonferenz wurden intensiv Fragen rund um das Thema der biologischen Vielfalt beraten und diskutiert.

Deutschland war Gastgeberland und hat von 2008 bis 2010 den CBD-Vorsitz. Die 2010-Biodiversitätsziele besagen, dass der Verlust an biologischer Diversität bis zum Jahre2010 wenigstens gebremst werden soll. Die paneuropäische Initiative der IUCN, Countdown 2010, unterstützt die Umsetzung. Der Umsetzungsstand war ein zentrales Thema der Konferenz.

Als wichtiger Beitrag wurden daher die deutschen Anstrengungen zum Schutz der Europäischen Rotbuchenwälder am Beispiel der Welterbenominierung eines deutschen Buchenwaldclusters als Erweiterung der slowakisch-ukrainischen UNESCO-Weltnaturerbestätte “Buchenurwälder der Karpaten” vorgestellt.


Nominierung Buchenwälder als Weltnaturerbe

Die für uns in Mitteleuropa so selbstverständlichen Rotbuchenwälder sind global gesehen etwas ganz besonders - denn es gibt sie nur hier. Besonders naturnahe Buchenwälder Deutschlands sollen daher im Rahmen der Welterbekonvention der UNESCO als Weltnaturerbe nominiert werden. Seit Februar 2007 stehen 5 Gebiete Deutschlands (Nationalparke Kellerwald-Edersee, Hainich, Müritz und Jasmund, sowie das Biosphärenreservat Schorfheide Chorin) auf der so genannten Tentativ-Liste, einer Vorschlagliste der UNESCO.
Jedoch müssen bis 2010 noch viele Konzepte und Anträge durch die beteiligten Bundesländer  Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Thüringen und Hessen erarbeitet werden, die die Auszeichnung der Buchenwälder als Weltnaturerbe begründen.

Bisher dominieren die Kulturstätten insbesondere die europäische Welterbeliste. Als Naturstätte ist in Deutschland lediglich die Grube Messel in Hessen aufgrund ihres Fossilienvorkommens eingeschrieben. Auch die deutsche Vorschlagsliste enthielt bislang nur ein Naturgebiet, das Wattenmeer. Seit Februar 2007 ist diese nun aber durch Vorschlag „Deutsche Buchenwälder“ erweitert.
Echte Buchen-Urwälder sind in Deutschland bis auf kleinere Relikte längst verschwunden und nur noch im östlichen Mitteleuropa, vor allem in den Karpaten, zu finden. Seit Juni letzten Jahres sind zehn dieser Gebiete in der Slowakei und der Ukraine als Weltnaturerbe ausgewiesen. Seit einiger Zeit können sich jedoch auch in Deutschland wieder Wälder in Nationalparken oder Naturwaldreservaten natürlich entwickeln. Die fünf zur Nominierung vorgeschlagenen Gebiete repräsentieren die wertvollsten verbliebenen Reste großflächiger naturnaher Buchenbestände in Deutschland. Sie sollen die Gebirgsbuchenwälder der Karpaten um die Tiefland- und Mittelgebirgsbuchenwälder ergänzen.
Der Nationalpark Kellerwald-Edersee ist ein Teilgebiet des Clusters deutscher Buchenwaldgebiete, die für eine Nominierung als UNESCO-Weltnaturerbe vorgesehen sind. Seit dem 6. März 2008 läuft die Öffentlichkeitskampagne „Weltnaturerbe Buchenwälder“. Kooperationspartner sind die anderen Teilgebiete des deutschen Clusters: Nationalpark Hainich, Nationalpark Jasmund, Nationalpark Müritz und Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin.

Bedeutung der Nominierung

Der Status als Weltnaturerbe stellt eine besondere Auszeichnung und einen enormen Imagegewinn für die jeweilige Region dar. Sollte der Antrag zur Nominierung der deutschen Buchenwaldgebiete erfolgreich sein, wäre dies nicht nur eine hohe Auszeichnung für die Gebiete, sondern gleichzeitig auch die Verpflichtung, für eine ungestörte Entwicklung dieser Flächen zu sorgen. Deutschland würde damit eine besondere Verantwortung für den Erhalt des Weltnaturerbes Buchenwälder zukommen, der sich die beteiligten Länder in dem Bewusstsein stellen, in Verantwortung für kommende Generationen zu handeln.
Mehr Informationen unter: www.weltnaturerbe-buchenwaelder.de


Beschreibung der Ausstellungselemente

Ausstellung 'Weltnaturerbe Buchenwälder'

1. „Buchenraum / Buchenstämme“

Fünf etwa vier Meter hohe Buchenstammmodelle gestalten den „Buchenraum“. Sie bestehen aus einer leichten Grundkonstruktion und sind von einem mit Ríndenstruktur bedruckten Stoff überzogen. Ausdrucksstarke Zitate bzw. Botschaften sind „eingeritzt“. Zusätzlich werden zwei liegende „Buchenstämme“ als Sitzgelegenheit geboten. Über den Stämmen sind vier mit Kronenfotos (vier Jahreszeiten) bedruckte Tuchsegel gespannt, die im Wechsel angestrahlt werden.

2. „Buchenkino“

Drei „Laubhaufen“ (bedruckte Sitzkissen) laden den Besucher zum Ruhen ein. Von hier kann er auf einer Leinwand die Schönheiten der Buchenwälder im Wechsel der Jahreszeiten und besondere Phänomene betrachten. Dabei kommen auch Impressionen aus den Gebieten zum Einsatz. Begleitet werden die Bilder von Waldstimmen, die die Waldkulisse verstärken.

3. „Buchenbuch“

Es handelt sich um eine buchförmige Infosäule (Buch auf Pult). Das Buch ist mit Monitor/Touchscreen bzw. Sensoren zum Blättern ausgestattet. In der Säule ist ein PC integriert. Hier werden Fakten vermittelt. Die Besucher können sich über die Buchenwälder (Buche, Waldgeschichte, Verbreitung) und speziell über die potenziellen deutschen Weltnaturerbegebiete informieren.


4. „Buchenpost“

Das Exponat besteht aus einer zweischaligen Säule mit integrierten Touchscreen und PC. Form und Farbe sind dem Buchenstamm nachempfunden. Über das Exponat können die Besucher Messages in die weite Welt mailen. An jede verschickte Mail ist ein Buchenwaldbild und ein Zitat bzw. eine Botschaft gebunden. Um Rückmails mit Impressionen dortiger Wälder wird gebeten. Diese können betrachtet werden.

5. „Buchenbar“

Das Exponat besteht aus einer zweischaligen Säule mit zwei integrierten Bildschirmen,
Mediaplayern und Lautsprechern. Form und Farbe weisen auf stehendes Buchen-Totholz mit zwei gegenüberliegenden Baumhöhlen in unterschiedlicher Höhe (niedrige Höhle rollstuhlgerecht). Die Bildschirme sind von Barhockern aus in den Baumhöhlen zu betrachten. Die Tonvermittlung erfolgt gezielt über Lautsprecher. Die Besucher können zwischen verschiedenen Bild-Ton-Sequenzen (Gebiete, Biologische Vielfalt, kulturelle Hintergründe) wählen. 

6. „Buchenxylophon“

Es handelt sich um eine Nachbildung eines Xylophon mit 8 Klang-Buchenstäben. In den Stäben sind Schalter, im Korpus Mediaplayer und Lautsprecher integriert. Die Besucher können mit einem Schlägel oder mit der Hand Töne erzeugen. Echoartig verbreitet sich jeweils eine zentrale Botschaft.